Exkursion zu besonderen Boracitvorkommen.
 
Einzel-Boracitfunde im Salz- und Kalibergbau sind seit den Gründungszeiten bekannt.
Der erste Boracitfund in der Grube Bernburg wird auf 1968 datiert. Grünlichgraue Würfel
von 2 mm Kantenlänge waren im rötlichbraunen Steinsalz eingebettet.

Ein besonderes Boracitvorkommen auf dem Kali-und Steinsalz- Bergwerk Bernburg wird
von Dipl. Bergingenieur Peter Trappmann 1970 bis 1976 entdeckt und 1995 beschrieben:

Bei der Auffahrung todsöhliger Strecken für die Bandförderung mussten zwangsläufig
geologische Störungszonen im Bernburger Leinesteinsalz durchörtert werden.
Normalerweise meidet der Bergmann das Anritzen solcher Störungszonen wegen der
Gefahr damit einen Wasser- oder Gasausbruch zu provozieren.
In diesen Störungszonen wurde das Leinesteinsalz nicht nur durch emporgepressten
Anhydrit verdrängt sondern auch horizontal in Spalten von Lösungen durchflossen.

Das gefährliche Projekt verlief gut und erlaubte einen Einblick in sonst unzugängliche Zonen.
Schon 1970 entdeckte Herr Trappmann in einem Anhydritband ein Tectoboracitvorkommen
(von Tektonit=durch tektonische Bewegungen verändertes Gestein) unterschiedlicher
Ausprägung von bis zu 8 mm grossen Kristallen mit Unterschieden in
Habitus,Tracht, Transparenz und Farben. Teilweise Mg durch Fe und Mn ersetzt als
rotbraunen Ericait.

Von 1974 bis 1976 entdeckte er insgesamt 8 Fundorte mit diesen Eigenschaften.
Bei seiner Forschung an den Anhydritklippen findet er Belegstücke dafür, dass eine
sekundäre Bildung der Kristalle auszuschliessen ist, vielmehr ist zu vermuten dass
die Kristallisation primär "in situ" stattfand.
Eine ähnliche Genese wie schon dem Kalibergwerk "Königshall-Hindenburg" erforscht und beschrieben.
(Link zu Mineralogie Kö-Hi)



Beschreibung von einigen seiner Fundstücke :



 
   
 

Fassetierte Boracite und ihre Verwendung.

 



 
 

Boracitkristall im Steinsalz. 3 mm gross.

 



 
 

Zwei Boracitkristalle im Anhydrit. 3 und 4 mm gross.

 



 


 

Boracidkristalle in verschiedenen Farben und Transparenzen.
 




 
 

Boracitkristalle im Anhydrit. 3 mm gross. Zonare Farbgebung im Kristall.

 



 
 

Boracitkristalle in unterschiedlichem Habitus aber in ähnlicher Farbgebung.

 



 
 

Boracitkristall auf der grenze Steinsalz / Anhydrit. Ungewöhnlich grosse Tracht,

 



 
 

Zwei Boracitkristalle im Steinsalz. 3 und 4 mm gross.
 




 
 

Boracitkristall auf Steinsalz. Grösse 3 mm.


 



 


 

Boracitkristall auf Gips. Grösse 3 mm. Unteres Foto zeigt einen vergrösserten Bildausschnitt.

 



 


 
 

Handstück zeigt ein Gesteinsgemenge mit verheilten Klüften.
Darauf ein 3 mmgrosser Borazit- und ein 5 mm grosser Ericaitkristall
der typisch gefaste Kanten zeigt.

 





 
 

Das obere Bild zeigt eine verheilte vertikale Kluft im Steinsalz.
Das untere Bild zeigt einen vergrösserten Bildausschnitt mit zonierten rotbraunen Ericaitkristallen
in der von Hämatit rot gefärbten Schicht.



 



 
 

Die Handstücke sind von einer hämatitartigen Schicht durchzogen, auf der 1mm grosse Ericaitkristalle zu erkennen sind.
Hier finden sich auch winzige Pyritkristalle.

 



 
 

Boracitkristall auf Anhydrit. 5 mm gross.

 



 
 

Boracitkristall im Steinsalz. 3mm gross.

 



 
 

Boracitkristalle in Anhydritschnüren eingebettet.

 



 
 

Steinsalzhandstück wird im unteren Bildbereich durchzogen von dünner Anhydritschnur auf der ein 3 mm grosser Boracitkristall
aufsitzt.
Im oberen Bildbereich ein grosser Hämatitbereich mit Einschlüssen von winzigen Pyritkriställchen.
Ein hochinteressantes Belegstück für die Deutung der Genese.


 



 

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