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Modell des amerikanischen Schoners HARVEY von 1847.


Ein später sogenannter BALTIMORE-Clipper
der seinen Ursprung aus dem Typ der BERBICE von 1789/1796
nicht leugnen kann.
Nach Takelung und Bauweise ein Glattdeck-Toppsegelschoner
aus der "Blütezeit" der Baltimore-Klipper 1835 bis 1850.
zu den Kapiteln:
Vorwort
Baumerkmale
Historie
Belegplan-laufendes Gut
Bilder

Vorwort.


1999 ist im Logbuch- der Zeitschrift für Schiffsbaugeschichte und Schiffsmodellbau des Arbeitskreises Historischer Schiffbau E.V. - ein Sonderheft veröffentlicht worden mit dem Titel:
"Seiner Majestät bewaffneter Schoner BERBICE 1789/96 ein früher Baltimore-Klipper"

Vom Mitglied K.H. MARQUARDT, Australien wird im Sonderheft sehr ausführlich die amerikanische historische Weiterentwicklung der Schoner beschrieben und eine Rekonstruktion der BERBICE in vielen Plänen vorgestellt.
Die Arbeitskreismitglieder wurden aufgefordert, einen Nachbau des frühen Baltimore Klippers zu erstellen
und zu präsentieren.
Da kein Nachbau vorgestellt worden ist, möchte ich in diesem Beitrag das früher gebaute Modell des
späten Baltimore Klippers HARVEY von 1847 vorstellen, das schon 1979/80 also 2 Jahrzehnte vor dem
Sonderheft entstanden ist.

Die Übereinstimmung der wesentlichen Baumerkmale, der Takelung und Bewaffnung der beiden Schnell-Segler
nach 51 Jahren Bauabstand ist erstaunlicherweise so groß, das hier auf eine zeichnerische Darstellung des
späteren Schoners HARVEY verzichtet werden kann.
An Hand der hier vorgestellten Fotos kann der Fachmann die Neuerungen wie Glattdeck, Handwinden, Spill, Klosetts, Kompasshaus, Pumpen, Ankerketten mit den Plänen des frühen Klippers vergleichend studieren.
Der Laie aber kann sicher auch ohne diesen technischen Hintergrund Gefallen am Historischen Schiffbau
finden und sich allein von den Bildern verzaubern lassen - hoffe ich. Also Ahoi......




Beschreibung der Merkmale.


Ein kleines zweimastiges Schiff mit außerordentlich leichter Takelage und zwei leicht (7°)
nach hinten geneigten Masten, von denen der hintere höher als der vordere ist und deren
primäre Besegelung aus Gaffelsegeln (Längssegeln) besteht.
Auch dieses Schiff ist, wie die BERBICE mit acht Geschützen auf dem Glattdeck bewaffnet.
Der sehr flach gehaltene Bugspriet bildet zur Waagerechten einen Winkel von nur 10°,
er ist mit Außen- und Innenklüver getakelt.
Das Modell hat einen vollgetakeltem Fockmast mit zwei Rahtoppsegeln (einfache Rahsegel)
und einem großen Rahsegel das von der Rah bis auf das Deck reicht.
Das Fockgaffelsegel ist wegen der Darstellung eines Beladevorganges nicht gesetzt.
Der Großmast ist vollgaffelgetakelt.

Das Modell ist im Maßstab 1:50 gebaut, es hat herausnehmbare Decksteile um Einsicht in
die ausgebauten und beleuchteten Innenräume zu ermöglichen.
Das voll funktionsfähige laufende Gut und die Segel befinden sich im gerefften Zustand
für den Ladevorgang.
Alle Einrichtungen wie Spill, Pumpen, Klosetts, Ruder, Kompassschrank,
Kettenspill für Ankerung, Türen und Möbel sind voll funktionsfähig gestaltet



Maße:........................................................im.Original 1:1.....Maßstab.1 : 50
Länge über alles…………………………………………………………. ..46 m………………....92 cm
Länge zwischen den Loten (Bug und Heck).………………….. .32 m……………...….64 cm
Höhe……………………………………………………………………………....33,5 m…………..….67 cm
größte Breite…………………………………………………………………...8,5 m…………......17 cm
Seitenhöhe (Rumpf von Oberkante Kiel bis Oberkante Deck)…....3,15 m………....…..6,3 cm
Segelfläche……………………………………………………………..550 qm
Ladekapazität………………………………………………………...400 t
maximale Geschwindigkeit…………………………………….8 Knoten









Exkurs zur Historie.


Die "Schonertakelung" wurde von Peregrine OSBORNE erfunden und 1695 erstmalig auf der
britisch königlichen Jacht ROYAL TRANSPORT und weiteren Jachten angewendet.


Die Weiterentwicklung wurde 1713 im nordamerikanischen Gloucester durch den
Schiffsbauer A.ROBINSON eingeleitet.
Die Segeleigenschaften, insbesondere Kursstabilität, Abdrift und Schnelligkeit, wurden
wirkungsvoll durch den im Verhältnis zur Schiffslänge bis dahin ungewöhnlich großen
Tiefgang bei besonders schlanken Schiffslinien sorgfältigster Formgebung beeinflußt.

Ab 1830 wurde der von den Schiffsbauern der nordamerikanischen Chesapeake Bay
entwickelte BALTIMORE-Schoner weltberühmt. Seine besonderen Merkmale waren
neben der einfachen Segelhandhabung bei reduzierter Segelmannschaft auch seine
große Manövrierfähigkeit und Wendigkeit.
Die Weiterentwicklung der Schiffskörperformen war für den damaligen Entwicklungsstand
revolutionär und richtungweisend. Durch die weit überragenden Vor- und Achtersteven
wurde die nutzbare Deckslänge bedeutend vergrößert, das Schiff erhielt einen Kielfall
und somit einen größeren achteren Tiefgang mit nach hinten verschobenen Mittelpunkt
der Lateralplanfläche (der Projektionsfläche des Unterwasserschiffes) zur besseren
Übereinstimmung mit dem Segelmittelpunkt sowie eine starke Aufkimmung im
Mittelschiffsbereich mit entsprechend veränderten, mehr V-förmigen Spantquerschnitten
statt der bis dahin meistens bevorzugten Rund- und U-Spanten.

Dank seiner vorzüglichen Eigenschaften und der geringen Bedienungsmannschaft
wurde der BALTIMORE-Schoner bald auf allen Meeren zu einem beliebten Schnellsegler
für wertvolle oder leicht verderbliche Frachten. Auch für den Passagiertransport als
Küsten- und Hochseesegelschiff eignete er sich wegen seiner schnellen Einsatzfähigkeit
und Anpassung an veränderte Witterungsbedingungen.
Berüchtigt waren einige Schoner, die von Opiumschmugglern, Sklavenjägern
und Freibeutern benutzt wurden.





BeBelegplan.



Das "Laufende Gut" der "HARVEY"

 

 
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