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Bergmannssprüche

aktualisiert am17.01.2017




Der historische Berufsstand der Bergleute unterschied sich
in Tracht und Sitten, eigenartiger Ausdrucksweise, Gebräuchen, Traditionen, Glauben und Aberglauben scharf von der allgemeinen Bevölkerung.
So verwundert nicht die Vielfalt der Lieder und Sprüche über den Bergbau und seine Bergleute.
 
Eine Auswahl von bemerkenswerten alten Sprüchen:



Bergmannleben, Bergmannsfreuden -- oft gerühmt und oft besungen,
der nur kann sie ganz verstehen, der die Keilhau selbst geschwungen,
der im tiefen Schoß der Erde selber hat gepocht, gehämmert
dem dabei in langen Jahren Kraft und Jugend sind verdämmert.

Und Jedwedem will ich raten, der sie rühmend will besingen,
in die Tiefe soll er steigen und die Keilhau soll er schwingen,
schaffen erst im Dunst und Qualme bis ihm Hirn und Schläfen pochen,
bis die Not den starken Körper und der Druck den Geist gebrochen.





Wir sind's, die ins Verborgne dringen,
bis an der Erde steinern Herz,
und mühevoll zum Lichte bringen,
Gesteine, Kohlen, Salz und Erz.
Was Menschen groß macht, Menschen zieret,
der Menschheit Schmuck, der Menschheit Kraft,
was wunderbar die Welt regieret,
vom Bergmann wird's gesucht, geschafft.




Spruch auf der Hauerglocke des Petriturmes in Freiberg die Bergleute zur Schicht rief:

AUF! AUF!
ZUR GRUBE RUF ICH EUCH, ICH, DIE OBEN STEHT /
SO OFT IHR IN DIE TIEFE FAHRT, SO DENCKET IN DIE HÖH:




Zur Abkehr.

Wer fast am Ende seiner Fahrt den Blick nach rückwärts wendet
und sieht Gesellen seiner Art
den Weg, den er vollendet
mit frischen Kräften vorwärts zieh'n mit heissem Eifer und Bemüh'n
hätt Ursach' wohl zum Neide.

Doch herzlich grüsset er zurück:
"Glückauf ! Voran mit off'nen Blick !
So mancher Berg blieb unverritzt, so manch Gefälle ungenützt,
Fahrt weiter stets in Freude ! "
"
"dvorwätsended




Vor der Hacke ist es duster.




Der Bergbau ist nicht eines Mannes Sache.




Bergwerk will haben Verstand und eine treue Hand.




Alles kommt vom Bergwerk her.




Tiefe schafft Bescheidenheit.



Wer Ausbeut will geniessen,
lass sich die Zuschuss nicht verdriessen.






Eine alte Weise zur bergmännischen Weihnachtkrippe:


Bergleut gehn zum Krippelein
in den dunklen Stollen ein
mit Lampen und dem Leder
schöne Stufen trägt ein Jeder.
Bauen eine Grott geschwind
um Maria und das Kind.
Joseph sinnt, was das bedeute:
"Wißt ihrs auch nicht, liebe Leute?"
Nicken die Knappen:" Wir wissens wohl"
Das Kind hier in der Krippen soll
zu unser Aller Wohlgedeihn,
unser oberster Bergherr sein!"!




Aus einem Erzgebirgischen Krippenspiel der Bergleute:

"I hob zwor nix, das ich dir könnt' verehr'n,
doch will ich was von dir begehr'n:
Ach ich bitte, segne Klüft' und Gäng',
gib reiches Erz in der Meng',
und ist die Lebensschicht' vollend't,
nimm unsere Seel' in deine Händ'!




Gebet eine Bergmannes vor der Weihnachtskrippe:

"Zu Dir führt mich der Weg vom Schacht
in dieser wunderhellen Nacht.

Nun knie ich hier zu Deinen Füßen,
um Dich, o Jesuskind zu grüßen.

Vom Schaffen zittert mir die Hand,
voll Bergesstaub ist das Gewand,
es knarren meine groben Schuh....
Du aber lächelst gut mir zu!

Ich bin kein Weiser, bin kein König,
und schenken kann ich Dir nur wenig;
Du aber streuest Deinen Segen
mir täglich und auf allen Wegen.
Du schirmst mich, wenn in Grubennacht
laut im Gestein das Pulver kracht;
Du führst mich heil aus jeder Schicht
und schenkst mir neu das Sonnenlicht.
Du gibst auch, daß ich Weib und Kind
gesund und froh stets wiederfind.

O Jesuskind, Du Kindlein hold,
ich hab nicht Weihrauch, Myrrhe, Gold:
Drum will mein hartes Bergmannsleben
ich still in Deine Hände geben.
Schenk Du auch weiter Deinen Segen
mir täglich und auf allen Wegen.




Neujahrsspruch der Bergknappen:

Heut sind wir ausgefahren,
das Jahr ist nun vollbracht.
Wir gruben das Gold und das Silber
in seinem dunklen Schacht.
Wir trugen seine Sorge,
wir litten sein tiefes Leid-
Doch fanden wir auch zum Tanze,
zum Schwärmen und Singen Zeit.

Und morgen wollen wir fahren
ins neue fröhliche ein.
Die Lampen sind angezündet,
sie geben hellen Schein.
Wir heben das Gold und das Silber
aus deinem Schoße herauf-
Drum sei uns herzlich willkommen,
du neues Jahr, Glück auf!




D
a unten ist es wie in einer Kirche feierlich.
Wo Gold und Silber in der Erzstufe gewonnen wird, da ist Friede.
Erst wenn Menschenhand über Tage ihren Stempel draufdrückt,
beginnt der Krieg der Leidenschaften.




"Gott segne unser Bergwergh; Deine edle Gabe;
...........................Amen.................................
Wer will Bergwerkh bauen; der muss Gott vertrauen:
Auf Gott und auf das Glück; hoffen die Bergleuth
.....................all Augenblick "...............................





Tief in der Erde Schooss, erwartet uns ein ernstes Loos.
ief



Gieb uns, die wir Dir vertrau'n
ferner Glück auf unser'n Zechen
dass, wenn wir auf Hoffnung bauen,
reiche Gäng und Flöze brechen.




Und bräch' der ganze Bau sofort,
dräng' wilde Fluth herein,
spricht nur der Herr ein rettend Wort
wirst Du geborgen sein.




Ob wir auch zimmern und verstreben,
der Druck zersprengt die schwachen Schweben;
schon rühret sich der Alte Mann
und rollt an unser'n Bau heran.




In das ew'ge Dunkel nieder,
steigt der Knappe, der Gebieter
einer unterird'schen Welt.




Wer da will ein Bergmann sein.
er muss ohne Angst und Pein
in die Grube fahren
und hingegen reich Metall
aus der Erde schlagen.




Der Bergmann schliesst der Berge Klüfte auf;
und hat er reiches Erz gefunden
ertönt ein fröhliches Glück auf.




Der Bergmann an seine Tscherpertasche (Bergtasche mit Unschlitt, Feuerzeug, Messer).


Von allen Taschen in der Welt

ist keine, die mir so gefällt,
als dieses Täschel mein.
Es hängt am Gürtel rechts zur Hand
das Zsschärpeltäschel wirds genannt.




Der Bergmann an sein Arschleder.

Schon viele Jahre bist du alt,
Warst mit auf mancher Fahrt,
Sahest mich oft wohlgemuth und heiter,
Warest in Gefahren mein Begleiter
Nach treuer Bergmannsart.

Zum Staate hast du neu gedient;
Da hattest du noch Glanz.
Mit dem Kittel, Schloß, Schachthut und Feder
Hast du oft mich geziert, gutes Leder!
Gingst auch mit mir zum Tanz.

Da waren beide wir noch jung,
Und ich wohl stolz auf dich;
Jetzo sind wir beide nun zwar älter,
Meine Liebe ward darum nicht kälter;
Auch du umfängst noch mich.

Doch nun mußt du zur Grube mit,
Mußt fahren mit vor Ort;
Dich in Schmutz und Wasser willig fügen,
Mußt mir dienen im Sitzen, im Liegen,
Dich plagen immerfort.

Drum siehst du auch oft grämlich aus,
Bist steif und glänzest nicht.
Sei getrost! und gingest du in Stücken,
Will dich putzen, will dich wieder flicken;
Du thust ja deine Pflicht.

Und wenn die letzte Schicht einst kommt,
Dann sag' ich froh: Glück auf!
Schließ ich dann die müden Augenlieder,
Fährst du mit zur letzten Grube nieder;
Glück auf dann Welt! Glück auf!

 





Das Bergwerk steht in Deiner Hut
in Deinem Namen wirds gemacht,
bestätigt und verliehen!
In Deinem Namen wird der Schacht
ins Hang' und Liegende gebracht.
Du machst das Erz gediegen.




Seid fröhlich Ihr Gewerken,
und habet guten Mut!
Reich- Erz lässt sich jetzt merken,
es wird bald werden gut,
wir haben angetroffen
ein reich-fündigen Gang,
Ausbeut ist nun zu hoffen
Gott sei Lob, Ehr und Dank.




Auf, ihr edlen Silberzechen,
machet Eure Gänge mächtig,
Eure Stuffen sollen sein
Schwarz-Glass-Rotgültig Ertz
das gediegen bricht herein.


Es thut kein Gang so gut,
er hat denn einen eisernen Hut.



 


Den Bergmann muß man preisen,
denn er ist preisenswert,
er gewinnt Gold, Silber, Edelstein und Eisen
wohl aus der tiefen Erd.



Ei, die Hauerknaben sind hübsch und fein,
sie hauen dasSilber aus harten Gestein,
sie hauen das Silber, das rote Gold,
wollt Gott, dass die mein Eigen sein sollt.




Der Berge Tiefen, segne sie
mit reichem Anbruch und lass nie
durch taub-Gebirg und leer-Gestein
vereitelt Müh und Hoffnung sei.




Ist gleich oft manches Mal
der Gang gering und schmal,
wird von der Fest verdrucket,
von Klüften auch verrucket,
und tut sich ganz verlieren,
dass man ihn nicht kann spüren.
Doch darf man nicht so bald
auch bei einer schlecht Gestalt
sich flugs abschrecken lassen.






Glück auf !
Glück auf dem, der fleissig und aufrichtig ist,
Glück auf dem, der Gottesfurcht nimmer vergisst,
Glück auf dem, der bergmännisch Tugend liebt,
Glück auf dem, der solchen gesetzlich gibt,

Glück auf! mein Ruf hinab in den Schacht,
Glück auf! mein Wunsch in Bergesnacht,
Glück auf! mein Gruss dem Sonnenlicht,
Glück auf! mein Trost wenns Auge bricht.





Der Berge Zauberwort
Glück auf !





Freut Euch ihr Bergwerkssöhne,
legt Euch doch Kuxe an,
der Anbruch steht so schöne,
es freut sich jedermann.



Ihr Einkommen lass wachsen flugs /
Erhalt das bergwerk / gieb gut Kux /
Danit wir und die ganz Gemein /
An Leib und Seel versorget sein.

 




Wer nicht genug arbeiten tut,
den jage man wieder an den Pflug
und lass ihn allda ackern und reuthen
und trachte nach andern gut Bergleuten
die sich verstehen auf Klüfte und Gänge
und hauen das Silber nach der Menge.

Aber ein Steiger der das Erz nicht kennt,
und ein Hauer der das Fäustel nicht stemmt
ein Knecht der nicht den Haspel zieht
und der Junge der dem Bergtrecken flieht,
und der Schichtmeister der sich tut nicht beweisen
auf der Zeche mit Gezähe und Eisen
auch weder Brot noch Holz einkauft
und nicht wöchentlich unser Warmbad läuft
und verzehret unnützlich der Gewerken Geld
dem gebe man den Fusstritt auf das er fällt.




Bergmannslied:


Leicht steigen wir mit frohem Sinn
die steile Fahrt hernieder,
ein Jeder geht zur Arbeit hin,
es regt sich Alles wieder.
Man hört des Pulvers Donnerknall,
des Schlägels und des Eisens Schall,
der Hunte Räderlauf.
Glück auf ! Glück auf ! Glück auf !







Goethe beschreibt so die Mineralien des Bergbaues:


Willst du ins Unendliche schreiten,
geh` nur im Endlichen nach allen Seiten.
Willst du dich am Ganzen erquicken,
so mußt du das Ganze im Kleinsten erblicken.

Wer sie nicht kennte die Elemente,
ihre Kraft und Eigenschaft,
wäre kein Meister über die Geister.


Du findest in der Erde Schoß
mit stillen, ahnungsvollen Freuden,
das Gold als ein metallisch Moos
sich wachsend von dem Steine scheiden.
Das Silber als Gesträuch,
das Kupfer als Gestrüppe.
Und neue Schätze werden bloß.
Wenns geometrisch Zinn und Blei
in Fläch' und Ecke sich beschränken,
so wird das Eisen oft sich frei
in Zapfen tropfend niedersenken.

und das Salz:

Doch über Alles preis' ich den gekörnten Schnee,
die erst' und letzte Würze jedes Wohlgeschmacks,
das reine Salz, dem jede Tafel huldigt.


und die Schwierigkeit der Mineralbestimmung:

"Was ist das Schwerste von Allem ?

Was dich das Leichteste dünket :
Mit den Augen zu sehen, was vor den Augen dir liegt . "

und zur Schwierigkeit der Mineralsuche:

Mit den Steinen ist es wie mit den Menschen,
selten findet man einen Außergewöhnlichen.