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Bergmännische Fachausdrücke. 20.04.12

 

Eine Besonderheit des Bergmannsstandes ist seine Sprache.
Sie ist reich an verschiedenen Ausdrücken, die Tätigkeiten,
Geräte, Einrichtungen, geologische und mineralogische Gegebenheiten bezeichnen.
Viele dieser oft bildhaften Ausdrücke ersetzen eine längere Satzbildung.

Die Ausdrücke, deren Wurzeln sich oft nicht mehr auffinden lassen, entstammen
früheren Jahrhunderten; erstmals im 12.Jahrhundert aufgezeichnet, erhielten sie sich durch Überlieferung auch in jüngeren Bergbauzweigen wie Kohle oder Salz.

Vieles aus der bergmännischen Sprache ist in die Geowissenschaften und deren
Fachliteratur eingebunden worden.
Einige Begriffe führen heute zu Missverständnissen, weil sie in der
aktuellen Umgangssprache einen völlig anderen Sinn haben.

Als kleine Hilfestellung bei der Lektüre von historischen Büchern oder Zeichnungen
können die folgenden (nicht umfassenden) Erläuterungen von bergmännischen
Ausdrücken sein:


Abbau:
Planmäßige Gewinnung von mineralischen Rohstoffen,
z. B. Erz oder Werkstein aus einer Lagerstätte.

Ablöser:
eine Gebirgskluft, welche ein Gebirgsteil leicht fallen lässt.

absaufen:.......... s. ersaufen.

Absetzigkeit:
unregelmäßige Verteilung der Erze innerhalb der Lagerstätte.

Absinken:
steil einfallender Grubenbau (z.B. ein kleiner Schacht};
früher auch verwendet für Abteufen (z. B. einen Schacht absinken).

Abwerfen:
einen Grubenbau (z. B. Schacht, Strecke) aufgeben.

Alter Mann:
a) in der älteren Literatur wird hiermit der mittelalterliche Bergbau bezeichnet, der mit Ausbruch der Pest um 1360 zum Erliegen kam;
b) allgemein: nicht mehr genutzter und meist verbrochener Grubenbau.

Anbruch:
Beginn der Ausbeutung einer Lagerstätte, eine Lagerstätte wird neu angefahren.

anfahren:
zur Schicht gehen, sich in das Bergwerk begeben.

Ankersetzen:
die Firste (Decke) von Grubenbauen durch meterlange Stahldübel im Schichtenverband festigen.

anlegen:
jemanden im Bergbau zur Arbeit einstellen.

Anschlagtafel:
Schild in Schachtnähe mit den Signalen für die Schachtförderung.

Anschläger:
Schachtbedienungsmann und Signalgeber an die Fördermaschine.

ansetzen....... s. Gangverhalten.

Aufbereitung:
Trennung der Wertminerale in
*** wertmineralfreie Gangarten und Nebengesteine
*** Produkte für die Verhüttung oder Weiterverarbeitung (Blei- und Zinkkonzentraten).
Die drei Grundoperationen der Aufbereitung sind:
*** Zerkleinern,
*** Klassieren (Sortieren nach Korngröße),
*** Sortieren (nach den mineralogischen Komponenten).
Die einfachste Form des Sortierens ist die Handklaubung nach äußeren Kennzeichen der Minerale.
Bis zur Entwicklung der Flotation bestand das maschinelle Sortieren nur aus physikalischen Methoden, bei denen die Dichte (das spezifische Gewicht) und damit
die Schwerkraft eine herausragende Rolle spielt.

Aufbruch:
Blindschacht, der von unten nach oben hergestellt worden ist.

Aufblätterung: .....s. Gangverhalten.

Aufhauen:
eine Strecke mit erheblichem Anstieg herstellen.

auffahren:
Vortreiben eines Stollens oder einer Strecke.

Auffahrung:
einen untertägigen Hohlraum herstellen.

Aufschlaggraben:
Graben, der das Antriebs- (Aufschlag-)wasser für die Wasserräder heranführt.

Aufschluss:
natürliche oder künstliche Stelle, an der das Gestein oder Erz freigelegt ist.

Aufwältigung:
einen verbrochenen, versoffenen oder verfüllten Grubenbau wieder befahrbar machen (wiederherstellen).

Ausbau:
Absicherung von Grubenhohlräumen mit Hilfe von Holz, Eisen/Stahl, Mauerung oder Beton. Ziel des Ausbaus ist es, durch Abfangen des Gebirgsdrucks oder Fixierung losen Materials, den Grubenbau sicher offen zu halten. Im einfachsten Fall entsteht ein Ausbau dadurch, daß Holzstempel zwischen den Felswänden verspreizt werden.

Ausbeute:
Betriebsgewinn eines Bergwerks (Verlust: Zubuße). Sie wurde an die
Anteilseigner (Kuxinhaber) vierteljährlich verteilt. Aus einem Teil des
gewonnenen Silbers prägte man Ausbeutetaler.

Ausbeutetaler: .......s. Ausbeute.

Ausbläser:
ein Sprengloch sprengt die zu große Vorgabe nicht los, sondern pfeift ohne
Wirkung zum Bohrloch hinaus.

Ausbiss:
flächenhaftes Auftreten eines geologischen Körpers, z. B. eines Erzgangs,
an der Erdoberfläche. Auch Verschwinden der Lagerstätte.

Ausbringen:
Maß für den Erfolg eines Aufbereitungs- oder Verhüttungsprozesses,
Angabe in Prozent vom Vorlauf oder Aufgabegut, d.h. von der Menge
(in kg oder t) des in den Prozess eingebrachten Metalls oder Minerals.
Es wird zwischen Gewichts- und Metallausbringen unterschieden.

Ausfällung:
a) natürlicher Vorgang bei mineralbildenden Prozessen, z. B. Erzabscheidung beim Austritt hydrothermaler Lösungen am Meeresboden (Änderung der physikochemischen Bedingungen);
b) technisch durch Zugabe bestimmter chemischer Stoffe, hierdurch Bildung eines Niederschlags aus einer Lösung.

Ausflut:
Hochwasserüberlauf der Teiche.

Ausgehendes: ........s. Ausbiss.

Auskeilen:
die Lagerstätte verliert sich.

auslängen:
einem Erzgang mit einer Strecke folgen.

Ausrichtung:
Auffahren von Grubenräumen zur Erschließung der Lagerstätte.

ausschlagen:
Erz von taubem Material grob trennen.

Ausschram:
sehr weicher Bereich eines Ganges, meist durch tektonische Ereignisse verursacht.

Austrag:
a) der Materialauslass einer Maschine oder eines Ofens;
b) das stoffliche Ergebnis eines Verarbeitungsprozesses.

Avers:
Vorderseite einer Münze.


Backenbrecher:
Aufbereitungsmaschine zur Grob- und Vorzerkleinerung harten Gutes.
Merkmale: Obere Schwingachse, feste und lose Brechbacke,
Exzenterantrieb, Kniehebelplatten. Prinzip: Zwischen einer feststehenden
und einer bewegten Stahlplatte können je nach Größe der Maschine
Gesteins-oder Erzbrocken von bis zu 1500 mm auf Stückgrößen von
200 mm und weniger durch Zerquetschen zerkleinert werden.

Bänder- und Ringelerz:
Bezeichnung für paralleles Erzgefüge.

Bankung:
bankig grobe Schichtung von Sedimentgesteinen

Barbarafest:
Jährlich am 4. Dezember feiern die Bergleute das Barbarafest. Es beginnt mit einem
Dank-Gottesdienst mit anschließender Bergparade in alten Bergmannstrachten und
endet mit fröhlichen Feiern der sangesfreudigen und trinkfesten Bergleute.
Die Knappen erhielten früher am Barbaratag das vor Unheil schützende "Barbaralicht",

In den Bergbaugebieten wurden von den 14 Nothelfern nur
St. Anna Selbdritt, ST.Barbara, ST. Christophorus, ST. Daniel, ST.Wolfgang,
als Heilige verehrt.
Als älteste Schutzpatronin des Bergmannes gilt die Heilige Anna. Als Mutter des Silbers, auch Erzmacherin oder Erzheberin genannt, wurde sie vornehmlich in den
Silberfundstätten Böhmens verehrt. In den Legenden der 5 Heiligen findet sich nur bei der Heiligen Barbara ein wörtlicher Bezug auf den Bergbau - sie flüchtete in ein Bergwerk.
Der Name BARBARA bedeutet im Griechischen "die Fremde".
Barbara lebte Ende des 3.Jahrhunderts in Nikomedia dem heutigen Ízmit in der Türkei.
Ihr Attribut in Darstellungen ist der Turm mit 3 Fenstern (christiches Symbol der Dreieinigkeit).
Die Legenden berichten von Barbaras Schönheit, ihrem scharfen Verstand und ihrer Standhaftigkeit. Sie ließ sich heimlich zur Christin taufen. Damit erregte sie den Zorn ihres heidnischen Vaters, er schloß sie in einen Turm ein, um sie zur Entsagung ihres neuen Glaubens zu zwingen.
Barbara konnte aus dem Turm entfliehen und fand Unterschlupf und Schutz bei den Bergleuten. Ein Schäfer verriet ihren Aufenthaltsort, sie wurde gefangen genommen, grausam gefoltert und, als sie standhaft blieb, von ihrem Vater durch Enthauptung hingerichtet.

Schon früh wurde Barbara Mittelpunkt der Verehrung, ihr Kult hat seinen Ursprung im Osten. Das früheste Zeugnis für ihre Verehrung im Abendland bildet ein Pfeilerfresko von 705 in der Kirche S. Maria Antiqua in Rom. Es folgten bis heute unzählige Darstellungen.
Ihre Reliquien kamen um 1000 nach Venedig und von dort nach Torcello.

Als Grubenname im Bergbau taucht Barbara in Tirol seit dem frühen 14.Jahrhundert auf.

Die Heilige Barbara ist nun die einzige Schutzpatronin des Bergbaues geworden.
Bis in unsere Tage hat sich in allen Bergbaugebieten nur das Barbarabrauchtum erhalten.

Die Heilige Barbara wird unter den Bergleuten nicht nur um ihrer Standhaftigkeit willenverehrt, sondern sie ist für den Bergmann, ganz gleich welcher Konfession:

*** Nothelferin in der stets von Gefahren bedrohten untertägigen Arbeitswelt,
*** Symbol der Rechtlichkeit seines Werktages und Sinnbild seiner Arbeit,
*** Inbegriff seines Standesbewußtseins und Verkörperung bergmännischer Tradition.

Die Kinder sangen und beteten, während die Väter unter Tage die Bodenschätze
aus der Tiefe holten:

"Lieber Gott, ich fleh zu dir,
beschütz den guten Vater mir!
Dort unten in dem tiefen Schacht,
gib auf seine Schritte acht!
Der treue Engel sei ihm gut,
und segne alles was er tut!
Und lass ihn bald zu Hause sein,
den lieben guten Vater mein! Amen!"

"Sankt Barbara,
bei Tag und Nacht,
fahr' mit dem Vater in den Schacht!
Steh Du ihm bei in jeder Not,
bewahr' ihn vor dem jähen Tod!"

Barte:
ein Teil der bergmännischen Paradetracht. Sie symbolisiert Werkzeug und Waffe der Hauer. Die Bartenschneide ist aus Bronze gegossen, auf ihr sind Darstellungen von bergmännischen Einrichtungen und Tätigkeiten ziseliert.
Die Barte hat eine Gesamtlänge von 80 cm. Der Stiel besteht aus schwarzem Holz und ist unten in Messing gefasst.
Die Barte wird bei Paraden auf der linken Schulter getragen.

Bauwürdigkeit:
Maß für die wirtschaftliche Gewinnbarkeit mineralischer Rohstoffe;
die Bauwürdigkeit wird bestimmt durch
a) Art und Menge der vorhandenen Vorräte,
b) Wertstoffgehalt,
c) Gewinnbarkeit,
d) Aufbereitbarkeit, d. h. der Lagerstättenqualität.

befahren:
begehen, sich in Grubenbauen bewegen.

belegen:
Bergleute in Grubenbauen einsetzen.

beibrechen:
gemeinsames Vorkommen von Wertstoffen und Mineralen, die zusammen gewonnen werden müssen (z. B. sind beibrechende Minerale in einem Flußspatgang häufig Kupferkies oder Schwerspat).

bewältigen:
das zufließende Wasser aus der Grube heben.

berauben:
Festmachen der Firste und der Stöße durch Entfernung loser Gebirgsteile.

Berg(e):
wertloses Nebengestein, das aus technischen Gründen mitgewonnen
werden muss.

Bergwerk:
unterirdische Anlage zur Erschließung und Ausbeutung von Bodenschätzen.

Bergbaukasse:
Einrichtung zur Zukunftsicherung des Bergbaus (z. B. durch Finanzierung
von Erkundungsarbeiten oder Modernisierungen).

Bergeisen:
auf einem Stiel befestigter Spitzmeissel.

Bergfaktorei:
belieferte die Gruben mit Betriebsmitteln (z. B. Schwarzpulver, Seilen, Schmierfett).

bergfrei:
rechtlicher Status, der die Verleihung und Gewinnung eines Bodenschatzes regelt.

Bergfreiheit:
zur Wiederbelebung des Bergbaus verkündeten die Landesherren im 16. Jahrhundert
so genannte Bergfreiheiten, die der Bevölkerung in den Bergstädten wichtige Privilegien sicherten.

Berggold:
aus primärer Lagerstätte bergmännisch gewonnenes Gold; Seifen- oder Waschgold wird im Unterschied hierzu aus Bach- oder Fluss-Sedimenten gewonnen.

Berggeschrei:
sich schnell verbreitende Kunde über neue Funde von Minerallagerstätten.

Bergkompass:
Gerät zur Bestimmung des "Fallen" und "Streichen" von Gesteinsschichten
oder der Verlaufsrichtung eines Grubenbaues.
Der Kompaß ist auf einer Platte befestigt deren linke und rechte Seite genau parallel zur Nord-Süd Linie verlaufen. Er hat eine feststellbare Magnetnadel, eine Waagelibelle und einen Lotsenkel. Osten und Westen sind im Instrument vertauscht damit man die Abweichung der Messrichtung einer Schicht oder Grubenbaues vom magnetischen Nordpol direkt ablesen und ggf. mit den Anlegekanten des Kompasses (deshalb auch
Anlegekompaß) auf einen Grubenriß (zeichnerische Darstellung der Grubenbaue) übertragen werden kann.

Berghauptmann:
war oberster Dienstherr der Bergverwaltung. (Mz. Berghauptleute).

Bergregeal:
ursprüngliches (Kaiser-) Königsrecht auf die Gewinnung von Edelmetallen, Edelsteinen
und Salz; war unter bestimmten Voraussetzungen auf Untergebene übertragbar.

Bergrevier:
einem Bergamt unterstehendes Bergbaugebiet.

Bergzinn:
unter Tage gewonnenes Zinnerz.

Bewetterung:
Grubenbaue mit frischer Luft zu versorgen.

Bergregal:
früher herrschaftliches Besitzrecht an bestimmten Bodenschätzen;
Verfügung bis 1356 auf den König bzw. Kaiser beschränkt.

Befahrung:
Kontrollgang durch Grubenräume.

Bergzettel:
vierteljährlich erscheinende Mitteilung, in der die Ausbeute und Zubuße
der Gruben festgesetzt wurden.

Besatz:
besetzen, die Sprengladung im Bohrloch mit Letten u.s.w. feststampfen, verschließen.

beschicken:
die Schachtförderkörbe oder -gefäße beladen.

Bläser:
Gas, das aus einer ungewollt angebohrten Gasansammlung unter oft hohen
Drücken austritt (kann giftig oder explosibel sein)

Blendeerz:
Zinkblende enthaltendes Erz.

Blindschacht:
Schacht der nicht an die Tagesoberfläche reicht, also kein Sonnenloch hat.

Bogentrum: .........s. Gangverhalten.

Brandsilber:......... s. Feinsilber.

Bremsberg:
stark geneigte Strecke, in der auf Gleisen mittels Schwerkraft eines
Gegengewichtes Förderwagen an Seilen auf- oder niederbewegt wurden.
Die Geschwindigkeit wurde durch eine Seilbremstrommel geregelt.

Bruchtektonik:....... s. Tektonik.

Bruch:
zusammengebrochener Grubenbau.

Buntmetallerz:
Buntmetall ist eine nicht wissenschaftliche Bezeichnung für
Schwermetalle, die selbst farbig sind oder farbige Legierungen bilden,
z. B. Kupfer, Blei, Zink, Zinn, Nickel, Kobalt, Cadmium.



Communion; Communion-Verwaltung:
Gemeinschaftliche Verwaltung des durch Erbteilung auf zunächst drei Linien
des Welfenhauses aufgesplitterten Besitzes am Oberharzer Bergbau seit 1635.
Ab 1642 teilten sich die Häuser Calenberg-Hannover (später Königreich Hannover)
zu 4/7 und Wolfenbüttel-Braunschweig zu 3/7 den Bergbesitz.
Der hannoversche Anteil wurde nach Aufhebung des Königreichs Hannover 1866 von Preußen übernommen.
Bis 1875 fungierte die Bergverwaltung weitgehend auch als gemeinsame
Territorialverwaltung im Oberharz.
Die preußischen bzw. braunschweigischen Anteile am Oberharzer Bergbau wurden
1926 als Einlagen in die damals neugegründete "Preußische
Bergwerks- und Hütten Aktiengesellschaft", die spätere PREUSSAG AG, eingebracht.

Communion-Bergbau:..... s. Communion.



Diskordanz:
Überlagerung älterer, durch Faltung oder Sedimentationsvorgänge schräg
gestellter Gesteine durch flach liegende, jüngere; markiert häufig zugleich
eine zeitliche Lücke in der abgelagerten Gesteinsfolge.

Doppel-Fahrkunst:....... s. Fahrkunst.

Dukaten:
Goldmünze mit hohem Feingehalt, zuerst Ende des 13. Jahrhunderts in Venedig geprägt. Wird durch Reichsmünzordnung von 1559 zur Reichsmünze.

durchbauen:
eine Lagerstätte großflächig intensiv abbauen bzw. durchörtern.

Durchschlag:
Verbindung untertägiger Hohlräume durch bergmännischen Vortrieb.

Dynamit:
nicht handhabungssicherer brisanter Sprengstoff (enthält Nitroglyzerin),
sein Einsatz Untertage ist heute verboten.



edel:
Attribut von Erzen, Silber- oder allgemein metallreich.

Elle:
Längenmaß zwischen 55 bis 65 Zentimeter.

Einfallen:
Neigung mit der eine Fläche (Schicht, Störung, Lager) von der gedachten
Horizontalen abweicht.
Zusammen mit der Streichrichtung kann die Lage einer Fläche oder eines
plattigen Körpers im Raum exakt beschrieben werden (s. auch Streichen).

einhängen:
Pferde, Material oder Maschinen am Seil in einem Schacht hinablassen.

erlängen:
erstellen.

erliegen:
aufhören, zum Stillstand kommen.

enterben:
die durch einen Wasserlösungsstollen erworbenen Rechte durch einen tieferen Stollen entziehen.

ersaufen:
Flutung von Grubenbauen durch Wasserzufluss.

Erz:
Sammelbegriff für natürliche Minerale oder Mineralgemenge, aus denen
sich Metalle oder Metallverbindungen herstellen lassen.
Erz-Gefüge: z.B. sind im Oberharz neben massiven Erzen Kokarden- und
Breccienerz sowie Bänder- und Ringelerz typisch.

Erzläuferstollen:
alter Förderstollen; das Erz wurde früher mit Förderwagen (Hunten) im
Stollen horizontal vom Schacht zu Tage "gelaufen".

Erzmittel:
größere Erzanreicherung (meist aus mehreren Erzfällen und/oder Trümern
bestehend) im Streichen und zur Teufe bis zu mehrere hundert Meter aushaltend.

Erzstufe:
aus Erz bestehende Probe der Lagerstätte; oft mit unter ästhetischen
Gesichtspunkten ausgesuchten Strukturen oder großen Kristallen;
meist untypisch für die Vererzung.

Erztonne:
hölzernes Fördergefäß, mit dem das Erz oder taube Berge zu Tage gefördert wurden.

Erzwäsche:
Erz-Aufbereitung (s. auch Pochwerk).



Fahrkunst:
Vorrichtung zur Schachtfahrung. Besteht aus einem Doppelgestänge, das
nebeneinander auf- und abgeht. Durch wechselseitiges Umsteigen konnten
die Bergleute ohne größeren Kraftaufwand ein- und ausfahren.
Eine noch funktionsfähige Fahrkunst befindet sich im Samsonschacht
in der Bergstadt St. Andreasberg des Oberharzes.

fahren:
im bergmännischen Sinn allgemein Personen-Fortbewegung jeder Art unter Tage;
hier: begehen oder besteigen von Grubenbauen.

Fahrung:
jegliche Personenbewegung im Bergwerk.

Fahrten:
Leitern.

Fahrt:
Leiter oder bergmännisches Längenmaß von zirka 6,8 Metern.

Faktorei:........ s. Bergfaktorei.

Faltung:.......... s. Tektonik.

Fast, Fastweg:
seit dem 16. Jhdt. geläufiger Name für die auf den Höhenrücken verlaufenden Wege,
auf denen Erze, Holzkohle und Holz transportiert wurden.

Fehlschlag:
seitlicher, verschließbarer Überlauf an einem Graben, durch den Hochwasser abgegeben werden konnte. Mit Hilfe der Fehlschläge konnte das Überlaufen eines Grabens mit nachfolgendem Erosionsschaden verhindert werden.

Feinsetzmaschine:
wasserdurchpulste Aufbereitungsmaschine mit der das Feinkorn aufgrund
der Dichteunterschiede getrennt wurde.

Feinsilber:
ein Silber mit 995 bis 998/1000 Feingehalt.
Eventuelle Goldgehalte werden als Silber berechnet.

Feldgestänge:
Einrichtung aus sich hin- und her bewegenden Holzbalken, mit der die Antriebskraft
eines Kunst- oder Kehrrades zum Schacht übertragen wurde. Über Feldgestänge, die Längen von über einem Kilometer erreichten, wurden sowohl Pumpen- als auch Förderkünste angetrieben.

Feldort früher auch Fellort (Mz. Feldörter):
eine in der höffigen Struktur (Gang, Lager) horizontal aufgefahrene Strecke zur Untersuchung der Erzführung.

Firste (früher auch Forste):
a) Decke eines untertägigen Hohlraums;
b) Abbaubereich zwischen zwei Sohlen (s. Firstenbau).

Firstenbau:
verbreitetes Abbauverfahren (auch Firstenstoßbau) insbesondere im Gangerzbergbau,
bei dem Erz in Scheiben von der jeweils tieferen Sohle zur nächsthöheren abgebaut wird.

Flotation:
wichtiges Aufbereitungsverfahren, das die unterschiedliche Benetzbarkeit
der Mineraloberflächen für den Trennprozess nutzt.

Flöz:
Ablagerungsschicht, die eine von umgebenden Schichten abweichende mineralische
Beschaffenheit aufweist (z.B. Kohlenflöz im Sandstein)

Flügelort (Mz. Flügelörter) :
Verbindungsstrecke des Hauptstollens mit einem benachbarten Revier.


Fördergerüst:
hölzernes oder metallenes Strebgerüst über einen Sonnenschacht zur Aufnahme
der Seilscheiben.

Förderturm:
gemauertes turmartiges Gebäude über einem Sonnenschacht.

Flysch:
Wechsellagerung von sandigen und tonigen Gesteinen;

Fördermaschine:
Vorrichtung zum Fördern von Erz, Bergen, Bergleuten, oder Einhängen
von Material im Schacht.

Freibau:
wirtschaftlicher Zustand einer Grube, der weder Gewinn (s. Ausbeute) abwirft noch Zuschuss (s. Zubuße) erfordert.

Freie Bergstadt:
Ort, dessen Bewohner zum Betrieb der Bergwerke und Hütten vom Landesherrn im 16. und 17. Jahrhundert mit erheblichen Privilegien ausgestattet wurden. Z.B. im Harz Lautenthal, St. Andreasberg, Wildemann, Grund, Zellerfeld, Clausthal, Altenau..

Frischen:
alte Bezeichnung für das reduzierende Verschmelzen von Metallen (z. B.von Kupfer und Blei für die Kupfer-Entsilberung).

Füllort:
Erweiterung der zum Schacht führenden Strecke, in der das Fördergut (auch das in der Grube benötigte Material) verladen wird.

Fundgrube:
a) erste bergrechtliche Verleihung der Schürf- und Abbaurechte;
b) altes Maß für die Länge eines verliehenen Grubenfeldes (eine Fundgrube ca. 84 m).




Gaipel:
meist zeltförmigs Gebäude am oder über dem Schacht, in dem sich die Fördereinrichtung
befand; abgeleitet von alten Namen für Göpel, bzw. dem Göpelrad, das von im Kreis um eine Achse laufenden Pferden angetrieben werden konnte.

Gang:
alter bergmännischer Begriff, der die Füllung einer Felsspalte (und keinen Hohlraum) bezeichnet;unterschieden werden
a. Gesteinsgänge,
b. Mineralgänge.

Gangart:
Sammelbegriff für die nicht nutzbaren Bestandteile einer beliebigen Minerallagerstätte (z. B. Quarz, Kalkspat, Silikate).

Ganglagerstätte: ......s. Gang.

Gangstreichen:.......... s. Streichen.

Gangverhalten:
in Abhängigkeit von der Tektonik, den Nebengesteinen, der Mineralparagenese und anderen komplexen Faktoren können Erzgänge eine sehr unterschiedliche Ausbildung zeigen.
Oft sind die Aufblätterungszonen wichtig, da nur hier große Hohlräume vorhanden waren, in denen sich die reichen Erzmittel absetzen konnten ( Hier scharen die Gänge, zerschlagen sich oder bilden ablaufende und Bogentrümer).

Gangzug:
Zusammenfassung von etwa parallel verlaufenden oder miteinander in Verbindung stehenden Gangstörungen (dann auch Gangnetz) in einem Grubenrevier.

Gebirgsschlag:
plötzliches und oft katastrophales Zusammenbrechen von untertägigen
Hohlräumen durch bergmännische Vorgänge ( z.B. Pfeilerschwächung)..

gebräch:
brüchig.

gediegen:
in metallischer Form als chem. Element natürlich entstanden.

Gedinge:
bergbautypische Vereinbarung über den Lohn für eine bestimmte Arbeit ( Akkordlohn).

Gedingehauer:
Bergmann, der im Akkord arbeitet.

Gefluder:
hölzernes Gerinne im Laufe eines Grabens, um Bäche, felsiges Gelände
usw. zu überqueren; ferner immer der letzte Grabenabschnitt vor dem Wasserrad.

Gegenortsbetrieb:
Grubenbaue die aufeinander getrieben werden bis es zum Durchschlag kommt.
Lange Stollen wurden so von vielen verschiedenen Ansatzpunkten aus getrieben um
die Aufahrtszeit zu verkürzen.

Gegentrum:
Fortsetzung eines Ganges auf einer anderen Talseite; auch Bezeichnung für ein
parallel in der Schachtscheibe liegenden Fördertrum für Förderkorb oder Gegengewicht..

Geotop:
Geotope sind Naturschöpfungen, die Einblick in den unbelebten Untergrund und die erdgeschichtliche Entwicklung geben (geologische Fenster).
Hierzu gehören geologische Aufschlüsse oder kennzeichnende Landschaftsformen.

Gezähe:
das Handwerkszeug der Bergleute.

Glaskopf:
gesuchtes Eisenerz. Lagerstättenbildend in der oberflächennahen Oxidationszone von Erzgängen "eiserner Hut") und oft Hinweis auf Buntmetallerze in der Teufe.
Roter Glaskopf besteht vorwiegend aus Hämatit (Fe2O3),
Brauner Glaskopf (Brauneisenstein, oft manganreich) ist chemisch FeOOH.

Glückauf:
Bergmannsgruß der als Ausdruck eines besonderen Gemeinschaftsbewußtseins
aufgefaßt wird.
Im 17.Jahrhundert entstanden, aber erst in der zweiten Hälfte allgemein in Gebrauch
gekommen. Seine Entstehung ist auf den Wunsch "Das Glück schließe sich dir auf"
zurückzuführen und das bedeutet " dem Bergmann möge ein reicher Bergsegen zuteil
werden".
HERTTWIG schreibt dazu 1734 in seinem "BERGBUCH": Glückauf ist der Bergleute
gewöhnlicher Gruß. Und sie würden sehr übel empfinden wenn einer sagen wollte:

Glück zu. Indeme die Klüfte und Gänge sich nicht zu-sondern auffthun müssen.
Bißweilen gebrauchen sich die Bergleute bey ihren Zusammenkünften auch wohl
dieses Grußes: Glück auff! alle miteinander, Bergmeister, Geschworene, Steiger,
Schlegelgesellen, wie ihr hier versammelt seyd. Mit Gunst bin ich aufgestanden,
mit Gunst setze ich mich wieder nieder, grüßete ich das Geleg nicht, so wäre ich
kein ehrlicher Bergmann nicht


Heute denkt wohl niemand mehr an die ursprüngliche Bedeutung des Grußes "Glückauf"
wenn er diesen Gruß empfängt oder erwidert. Heute drückt er mehr den Wunsch aus
der so Begrüßte möge ohne Unfall oder sonstigem Unbill nach der Arbeit im Bergwerk
wieder an das Tageslicht fahren. In diesem Sinn wird heute dem Einfahrenden das
"Glückauf" zugerufen und so gibt er es an seine Bergkameraden zurück.

Gnadenlohn:
minimales Ruhegeld aus der Knappschaftskasse, seit ca. 1750 gab es einen
Rechtanspruch auf Gnadenlohn. Heutiger Name "Knappschaftssold", der wird bei bestimmten Voraussetzungen (25 Jahre unter Tage, 15 Jahre Hauer)
vom 55. Lebensjahr bis zum Rentenbeginn (60./65. Lebensjahr) zur verringerten
Entlohnung (weil nicht mehr im Gedinge d.h.Akkord einsetzbar) gezahlt.

Goldene Bulle:
wichtigstes Verfassungsgesetz des Deutschen Reiches von 1356 bis 1806.
In der Goldenen Bulle (Urkunde) übertrug der Kaiser das Verfügungsrecht
an den Bodenschätzen auch auf die Kurfürsten des Reiches (s. Bergregal).

Goldscheidung:
vor der Salpetersäure-Goldscheidung war ein so genanntes Quartsilber
mit Salzpetersäure, einem Teil Gold und drei Teilen Silber herzustellen.
Sein Silberanteil wurde mit Salpetersäure gelöst und das Gold als Lösungsrückstand
gewonnen. Goldscheidung mit Salpetersäure ist seit dem Mittelalter bekannt.

Goldscheideanstalt:
chemisch/hüttentechnischer Großbetrieb zur Trennung einer Silber/Gold-Legierung und Darstellung beider Metalle.

Göpelwerk:....... s. Gaipel.

Gradbogen:
Teil eines Vermessungsgerätes mit dem die Neigung oder das Einfallen
z.B. eines Grubenbaus gemessen werden kann.

Geleucht:
tragbare Bergmanns-Lampe ( mit Öl, Unschlitt, Karbidgas, Strom betrieben).

Gewerke, Gewerkschaft:
gemeinschaftliche Bergbaubetreiber; Zusammenschluß einzeler Gewerke.

Groschen:
Teil eines Talers; ein Taler = 24 Gute Groschen = 36 Mariengroschen.

Grubengebäude:
Gesamtheit aller untertägigen künstlichen Hohlräume (Grubenbaue) eines Bergwerks.

Grubenklein:
feinköniges Erz, das durch Klaubung nicht mehr getrennt werden konnte.

Grundriß:
im Bergbau Ausdruck für Kartendarstellung in der Draufsicht (z. B.Sohlenriß, Abbauriß).


Häckel:
das Häckel war ein Würdezeichen der Aufsichtspersonen (Bergbeamten).
Es war, neben dem Säbel, ein Bestandteil ihrer bergmännischen Berufstracht.
Die kleine Barte auf schwarzem Holzstiel war meist aus Bronze gegossen, sie
zeigte Motive des bergmännischen Berufslebens und Bergbaumotive.
Oft waren die etwa 95 cm langen Häckel mit Pistolen oder Vermessungsgeräten
versehen. Das Ehrenhäckel wurde anlässlich besonderer Verdienste vergeben.
Noch heute wird das Häckel auf bergmännischen Paraden oder Festen getragen.

Halde:
übertägige Aufschüttung von gewonnenen Mineralien (Erzhalde, Salzhalde, Kohlehalde) oder wertlosem Nebengestein (Bergehalde) Schlacken oder Verarbeitungsrückstand.

Haldenrückbau:
Gewinnung von noch haltigem Haldenmaterial zum Durchsatz in der Aufbereitung. Rückbau von Nebengestein oder Salzen als Versatz für leergeförderte Grubenräume.

Hängebank:
Stelle an der der Schacht zu Tage geht. Hier wurden früher die Erztonnen in Förderwagen entleert und dann wieder "eingehängt".

Hangendes:
bergmännischer Begriff, der früher nur die Gesteinsschichten über der
Lagerstätte bezeichnete;
heute wird das stratigraphisch (zeitlich Jüngstes)
und das tektonisch (strukturell) Hangende unterschieden (s. auch Liegendes).

Hangendgang:
ablaufender Erzgang im tektonisch Hangenden der Lagerstätte.

Haspel:
einfache Winde die senkrechte Zwischenförderung zwischen zwei Sohlen betreibt.

Haspelknecht:

Bergmann, der mit einer einfachen Winde (Haspel) die senkrechte Zwischenförderung zwischen zwei Sohlen betreibt.

Haufwerk:
das durch bergmännische Arbeit im Vortrieb oder Abbau gelöstes Material.

Haufenröstung:
das Entschwefeln der Erze in großen aufgeschichteten Haufen.

Heinzenkunst:
kontinuierlich paternosterartig arbeitende spätmittelalterliche Wasserfördereinrichtung,
die aus Holzröhren, einer umlaufenden eisernen Kette und regelmässig angebrachten
Lederbällen bestand.

Herd:
kontinuierlich oder diskontinuierliche arbeitende Aufbereitungsmaschine.
Trennt die verschiedenen Minerale nach ihren Dichteunterschieden.

herzynisch:
a) nach der Richtung des nördlichen Harzrandes benannte tektonische
Richtung (etwa Nordwest-Südost);
b) erdgeschichtliche Ära des Paläozoikums, die vom Devon bis in das Perm reicht und
vor ca. 290 Millionen Jahren mit der herzynischen Gebirgsbildung endete.
International gebräuchliches Synonym zu variszisch, variskisch oder varistisch.

höffig:
hohe Fundwahrscheinlichkeit von Bodenschätzen in einem aufgrund bestimmter Anzeichen oder theoretischer Überlegungen eingegrenzten Gebiet.

Hund (Hunt, Hundt):
kleiner vierrädriger Karren für die Förderung in der Grube.
Lief meist auf Gestänge (Schienen).

Huthaus:
zeit- oder Spitzhutförmiges Gebäude über dem Schacht (im Oberharz auch Gaipel).

hydrothermal:
klassischer Lagerstättenbildungsprozess, bei dem Wasser das Haupttransportmedium der mineralbildenden Lösungen darstellt.
In Abhängigkeit von den Abscheidungstemperaturen wird in Hochthermal (über 300 °C), Mittelthermal (300-200 °C) und Niedrigthermal (unter 200 °C) unterschieden, denen zugleich bestimmte Paragenesen zugeordnet werden.

Hydrothermen:
mineralbildende wässrige Lösungen (s. hydrothermal).


Kaue:
übertägiger Bade-, Wasch- und Umkleideraum (meist Halle).

Kaukamm:
Axt, Beil.

Kerb:
Einschlitzung.

Kehrrad:
doppelt beschaufeltes Wasserrad, das durch Änderung der Bewegungsrichtung zur
zur Förderung geeignet war (Personen = Fahrkunst, Wasser = Wasserkunst,
Erze = Förderkunst)

Kippe:
Vorrichtung zur Entleerung von Förderwagen.

Knappe:
ursprünglicher Name für den Bergmann. Später Bezeichnung für den Gesellen des Meisters (Hauers). Nach 1945 ein offizieller Lehrberuf mit einer Knappenprüfung nach 3jähriger handwerklicher und bergmännischer Lehre.

Knappschaft:
schon um 1300 gründeten Bergleute Knappschaften; das waren Institute zur
Unterstützung arbeitsunfähiger Bergleute und zur Versorgung der Witwen und Waisen. Obligatorisch zahlten die Bergleute ihren Beitrag in diese Kasse.
Heute Name der Pflicht-Kranken- und Rentenkasse von im Bergbau Beschäftigten.

knäppern:
zu grobes losgesprengtes Haufwerk stückweise mittels Sprengstoff zerkleinern,
(der Ausführende wurde "Stückenschießer" genannt).

Köpeförderung:
Schachtförderung bei der das Förderseil nur über eine Rillenscheibe (Köpescheibe)
läuft und nicht auf einer Trommel aufgewickelt wird.

Kreiselwipper:
Vorrichtung zum Entleeren der Förderwagen.

Krummer Zapfen:
mechanische Einrichtung zur Umwandlung von drehender in Längs-Bewegung.
Entwickelt und erstmals eingesetzt von H. Eschenbach im Erzgebirge, im Harz ab 1564 im Erzbergwerk Rammelsberg Goslar.
Zusammen mit den etwa zeitgleich entwickelten Kolbenpumpen konnte die "Kunst mit den krummen Zapfen" für drei Jahrhunderte die Wasserprobleme tiefer Gruben lösen.

Krummhälsestrecken:
niedrige Grubenräume, in denen Bergleute in liegender Körperhaltung arbeiten mußten. Bleibende Körperschäden (Verkrümmungen) waren ein Erkennungsmerkmal dieser Menschen für die Bevölkerung - sie wurden von ihr "Krummhälse" genannt (nicht geschimpft).

Kumpel:
So bezeichnen sich noch heute die Bergleute im Kohlenbergbau als Bergkamerad.
Man spricht sich nicht mit Namen sondern mit Kumpel an.

Kunstgraben:
Begriff für einen mit geringem Gefälle am Hang entlang laufenden Wassergraben, der über weite Entfernungen Betriebswasser zum Antrieb von "Wasserkünsten",
d. h. Wasserrädern, zur Befüllung von Stauteichen oder zur Abführung von Hochwasser transportierte. Der Begriff "Kunst" steht hier für eine technische Einrichtung (Maschine).

Kunstgezeug:
Gesamtanlage zur Wasserhebung, die aus einer Arbeitsmaschine (z.B. Kunstrad oder
Dampfmaschine) Röhren und Pumpen bestand.

Kunstrad:
Wasserrad für den Antrieb einer Pumpen-, Förder-, oder Fahrkunst.
Kunsträder erreichten über 12 m Durchmesser. Sie konnten ober- oder unterschlächtig
mit Wasser einfach oder beschaufelt (beschickt) werden.

Kunstschacht:
Schacht, in dem sich die Pumpen- und Fahrkünste mit ihren Antriebseinrichtungen befanden.

Kunstsatz:
Pumpenanlage zur Wasserhebung.

Kunstteich:
Wasserspeicherteich für die Künste.

Kupfervitriol:
Kupfersalz der Schwefelsäure (CuSO4, auch Kupfervitriol genannt).
Hatte etwa ab Mitte des 19. Jhds.einen wachsenden Markt für:
Schädlingsbekämpfungsmittel, Färberei, Zeugdruckerei, Galvanoplastik.

kutten:
kommt aus dem Böhmischen und bedeutet "umgraben".
Der Bergmann bezeichnet mit diesem Begriff das Umsetzen von Halden und die
Durchsuchung nach Erzresten
.

Küvelage:
eiserner Schachtausbau.

Kux (Mz. Kuxe):
Anteilschein an einem Grubenbetrieb; der Anteilseigner war gewinnberechtigt aber im Unterschied zu heutigen Aktien auch verpflichtet, Betriebsverluste mit zu tragen (s. Ausbeute bzw. Zubuße).


 

Lachter:
altes Längenmaß im Bergbau, differiert sowohl zeitlich als auch örtlich;
ein Oberharzer Bergbaulachter (= 8 Spann = 80 Zoll) entspricht 191,9803cm.

Last:
Maß für Dachschiefer.Eine Last bezeichnete im Harz ein Steingewicht von etwa
2 bis 2,75 Zentnern, beinhaltete aber auch eine bestimmte Sortierung
von Schieferplatten unterschiedlicher Größe.

Lateralsekretion:
Abscheidung von Mineralen auf Spalten und Klüften aus Lösungen, deren
mineralischer Inhalt aus im Nebengestein diffus verteilten Stoffen stammt,
also von Wässern aus dem Gestein herausgelöst wurde.

lehnschaftlich:
Rechtsstatus eines Betriebes vor Gründung einer Gewerkschaft (Art von Pachtvertrag).

Lehrhauer:
in der Ausbildung zum Hauer befindlicher Bergmann.

Lichtloch:
Schächte zur Fahrung und zur Herstellung und Bewetterung von Wasserläufen, Stollen und Strecken.

Liegendes:
bergmännischer Ausdruck, der früher nur die Gesteinsschichten unter der Lagerstätte bezeichnete; heute wird das stratigraphisch Liegende (zeitlich älter) vom tektonisch (strukturell) Liegenden unterschieden (s. auch Hangendes).

Lochstein:
Grenzstein, mit dem das Grubenfeld über Tage markiert wurde (s. auch Markscheide).

Lochpfeife:
Sprengschuß, der ohne Wirkung zum Bohrloch hinauspfeift.

Löser:
Münze von 1,5 bis vielfachem Gewicht eines Talers.
Auch Begriff für aus der Firste (Decke) eines Grubenbaues herabstürzende
linsenförmige flache Gesteinsschalen.

lösen:
die Wasser aus der Grube durch einen Stollen ableiten und frische Wetter zuführen; Wasserlösung, Wetterlösung.

Lösungsstollen:
Stollen, durch den das der Grube zusickernde Bergwasser und das Abfallwasser der untertägigen Wasserräder zu Tage austrat.

Lötrohrprobierkunde:
seit 1670 ein wichtiges Hilfsmittel bei mineralogischen und chemischen
Untersuchungen. Konnte auch vor Ort und im Feld angewendet werden.
Heute durch moderne Analysen-Verfahren abgelöst und fast in Vergessenheit
geraten, war sie in den 50.Jahren noch ein obligatorisches Ausbildungsthema
für Montanstudenten.
Die zu untersuchende Substanz wird in kleiner Menge auf einen kleinen
Holzkohlenblock gebracht und dann der Einwirkung der an einer Weingeistlampe
erzeugten Lötrohrflamme ausgesetzt. Dabei beobachtet man das Verhalten in der
mit dem Lötrohr durch bestimmte Blasmethoden erzeugbaren Oxydations- oder
Reduktionsflamme, die Schmelzbarkeit oder Flüchtigkeit, ferner ob der zu
untersuchende Stoff zu Metall reduziert wird.
Aus der Dehnbarkeit, dem Aussehen und sonstigen Verhalten des Metallkügelchen
lassen sich Schlüsse ziehen. Auch die auf der Holzkohle auftretende Beschläge und
deren Farbe sind zu beachten. Auch der Geruch der bei der Probe kann von
Bedeutung sein.
Manche Verbindungen lassen sich beim Einsatz des Verfahrens auf einer
Borax- oder Phosphorperle auch an der Verfärbung identifizieren.

Lot:
altes hannoversches Münzgewicht (ab 1838 enthielt ein Loth 14,616 g).


Lutte:
1. Rohr oder Rinne zur Beförderung von Wasser oder Mineralien.
2. Rohrstrang zur Sonderbewetterung aus Blech, Sperrholz, Stoff oder Plastik.



Mächtigkeit:
Dicke eines festen schichtförmigen oder linsig-plattigen geologischen Körpers.
Als wahre Mächtigkeit bezeichnet man die tatsächliche Stärke z. B. einer Gesteinsschicht oder eines Gangs unabhängig von seiner Ausrichtung im Raum.
Die Mächtigkeit eines Gesteinsstapels oder eines sonstigen Körpers, der in beliebiger Richtung aufgeschlossen wird, z. B. in einem natürlichen Profil oder mit einer Schrägbohrung, nennt man scheinbare Mächtigkeit. Diese ist immer größer als die wahre Mächtigkeit.

Markscheide:
Grenze eines Grubenfeldes oder eines Grubenreviers.

Markscheider:
Vermessungsingenieur im Bergbau.

Maß, auch Maaß (Mz. Maßen ):
Teil eines auf dem Erzgang verliehenen Grubenfelds (s. auch Fundgrube);
altes Längenmaß. 28 Lachter (je 1,919803 m = 8 Spann= 80 Zoll) bildeten
eine Maaß = 53,9 Meter.

Massiverz:
oft feinkörnige Mineralgemenge (auch Massivsulfide), die aufbereitungs-
und verhüttungstechnisch oft Probleme bereiten (z.B. Rammelberg in Goslar).

Matrix:
Grundmasse, z. B. eines Gesteins oder einer Schlacke. (kristallin/glasig)

Meilerplatz:
Standort eines Kohlenmeilers, in dem die zur Verhüttung der Erze benötigte Holzkohle hergestellt wurde. In Hanglagen leicht zu erkennen als kreisrunde oder ovale Terrasse von etwa 8-12 m Durchmesser mit schwärzlichem Boden und zahlreichen Holzkohleresten.
Viele Meilerplätze wurden über lange Zeiträume immer wieder benutzt.

Metallausbringen:....... s. Ausbringen.

Mettenschicht:
Das Ritual der Mettenschicht ist althergebracht. Es war die letzte Schicht (Arbeitstag)
vor den Weihnachtsfeiertagen, die Stunde des wirtschaftlichen Jahresrückblickes, des Gedenkens an die verunglückten Bergkameraden. An diesem Tag wurde aber auch der Verbund zum gegenseitigem Beistand erneuert.
Als Gedenken an die bergmännischen Vorfahren wird die Mettenschicht noch heute
mit Gottesdiensten in den Grubenräumen aktiver oder stillgelegter Bergwerke gefeiert.

Mineral (Mz. Minerale) :
natürliches Vorkommen anorganischer Elemente oder Verbindungen mit einer geordneten Struktur, spezifischer chemischer Zusammensetzung und charakteristischen physikalischen Eigenschaften.

Mineralien:
ästhetische - oft kristalline - Bildungen, die Gegenstand des Interesses von Mineraliensammlern sind.

Mundloch:
Stolleneingang; Ort, an dem ein Stollen von der Oberfläche ins Erdinnere führt.

Mutung:
Antrag auf Verleihung des Gewinnungrechts bei der Bergbehörde.





Nachlesebergbau:
meist aufwendiger Abbau von noch nutzbaren Resten einer Lagerstätte.

nachrichten:
druckhafte Schächte wieder in ihre ursprüngliche Richtung bringen.

Nachschwaden:
schädliche Gase nach Sprengungen.

Nebengestein:
Gesteine in denen sich die Lagerstätte befindet (auch Rahmengesteine).


 

Ort, vor Ort:
bergmännischer Betriebspunkt in der Grube.

Oxidation:
oxidieren bedeutet im engeren Sinne an Sauerstoff binden.
Beim Rösten eines sulfidischen Erzes wird der Schwefel durch Sauerstoff ersetzt, das Metall in sein Oxid umgewandelt.






Paragenese:
oft gesetzmäßige Mineralvergesellschaftung; eine Mineralparagenese beschreibt, welche Mineralarten gemeinsam auf engem Raum vorkommen, z.B.für den Oberharz ist die Vergesellschaftung von Blei- und Zinkerz mit Quarz und Kalkspat typisch.


Pinge:
(a) allgemein: Vertiefung im Gelände, die entsteht, wenn ein im Untergrund befindlicher Grubenbau einstürzt;
(b) im Erzbergbau des "Alten Manns": trichterförmige Vertiefungen, an denen die Tagebaue des mittelalterlichen Bergbaus auf den Erzgängen überall dort zu erkennen sind, wo die meist steil oder senkrecht stehenden Erzgänge zutage traten (der so genannte "Ausbiss"). Die oft wie eine Perlenschnur sich-aneinanderreihenden Trichter zeigen den Verlauf der Erzgänge im Gelände. Die untertägige Gewinnung begann erst, nachdem wegen einbrechender Wasser- und Geröllmassen der Tagebau eingestellt werden musste.

Pferdegöpel:
große Fördermaschine, bei der im Kreis laufende Tiere über eine senkrecht stehende
Spindel ein Seil auf einem Seilkorb bewegen und damit Fördertonnen in wechselden
Richtungen im Schacht auf- und abbewegen.

Pocherz:
(auch Schurerz) verwachsenes Erz, das erst noch starker Zerkleinerung (Pochen) in seine Bestandteile getrennt werden konnte.

Pochstempelbatterie:
Anzahl wasserkraftgetriebener Stempel zur Erzzerkleinerung.

Pochrad:
Wasserrad für die Erzaufbereitung durch Zerkleinern (zerpochen).

Pochtrübe:
im Pochwerk anfallendes Wasser-Feststoffgemisch.

Pochwerk:
früher technische Anlage zur Zerkleinerung und Sortierung des Förderguts
zu Konzentraten und möglichst armen Abgängen; die heutige Bezeichnung
ist Aufbereitung.

Probierer:
Bergbeamter der den Metallgehalt der Erze testete.

Pulvermühle:
so nannte man eine Fabrik, in der im 18. Jhdt. Sprengpulver für die "Schießarbeit" untertage hergestellt wurde.

Pumpen-Kunst:
Gesamtheit einer Pumpenanlage, bestehend aus Kolbenpumpen, Antriebsgestänge, Kunstkreuz und Kunstrad.
Ein Kunstrad trieb je nach Leistung bis zu 15 Pumpen an.

Pumpensatz:
hölzerne Saug- und Druckpumpe mit Kolben- und Ventilen aus Leder.
Einsatz ab 1564 im Harz (Rammelsberg). Mehrere übereinander stehende
Pumpensätze bildeten die Pumpenkunst.

Pütt:
Zeche, Schachtanlage, Bergwerk.


 

Querschlag:
Strecke die
a) mehr oder weniger quer (rechtwinklig) die Lagerstätte oder die Schichten
durchörtert;
b) von einer Hauptstrecke abzweigt.

Querbau:
quer zum Streichen angelegte Abbaue.



Radstube:
unterirdischer Hohlraum für ein Kunst- oder Kehrrrad.

Rammelsberg bei Goslar:
ehemals (bis 1988) größte und reichste Buntmetall-Lagerstätte Deutschlands; enthielt
in mehreren Lagern ca. 30 Millionen Tonnen feinkörnige sulfidische Erze.
Die Aufbereitung dieser Erze gelang erstmals 1935 in Lautenthal.

Rasenhaupt:
zur Dichtung von Teichen und Gräben verwendete Rasenplacken.

Rasenhängebank:
Hängebank auf dem gewachsenen Boden (auch Ackersohle genannt).

Raubbau:
unvollständige, allein auf Gewinnmaximierung abgestellte Nutzung einer Lagerstätte durch Abbau nur der reichsten Partien.

Reduktion:
lat.: Zurückführung; Chemischer Prozess; Reduktion ist im Hüttenbereich die Freisetzung eines Metalls aus einem Oxid (seiner Sauerstoff-Verbindung) durch ein Reduktionsmittel wie Kohlenstoff, Kohlenmonoxid oder auch Wasserstoff bei hohen Temperaturen.
Das Reduktionsmittel wird also oxidiert, und aus den genannten wird Kohlendioxid und Wasser; s. auch Röst-Reduktions-Arbeit.

Reichstaler:
(auch Reichsspeciestaler), nach dem Reichstagsbeschluss von Augsburg (1566) Münze mit einem Feinsilberinhalt von 25,98 g, der Reichstaler zerfiel in 24 Gute Groschen.

Rekristallisation:
Bildung größerer kristalliner Einheiten z. B. durch Sammelkristallisation.

Renne:
eine Gleitfläche, auf der das Erz von einer Höhe herabgerollt wird.

Rennfeuer:
alte Bezeichnung für mittelalterliche primitive Schmelzöfen, in denen das im Erz enthaltene Metall zum "Rinnen", d.h. zum Schmelzen gebracht wurde.

Rennsteig:
bis zum 15. Jhdt. gebräuchliche Bezeichnung für den Kammweg auf Bergrücken;
später "Fastweg" genannt.
Der Name könnte einer neueren Theorie zufolge mit den mittelalterlichen Rennfeuern in Verbindung stehen.

Revers:
Rückseite einer Münze.

Revier:
a) Bergbaugebiet in einem Lagerstättenareal; Reviere können sehr groß oder auf eine Grube beschränkt sein;
b) organisatorische Einheit in einem Bergwerk für die ein Reviersteiger verantwortlich ist.

Richtschacht:
meist senkrechter (seigerer) Schacht im Hangenden oder Liegenden der Lagerstätte.

Richtstrecke:
Strecke, die außerhalb der Lagerstätte verläuft und die nicht unter Abbaudruck geraten kann. Aus der Richtstrecke wird die Lagerstätte mit Querschlägen erkundet bzw. abgebaut.

Riß:
zeichnerische Darstellung der Grubenbaue (Grubenbild).

Auf historischen Bergbaukarten finden sich oft Alchimistenzeichen. Die alten Bergleute
hielten die Zusammensetzung der gefundenen Erze geheim und bezeichneten deshalb
auf den Rißen die Fundstellen mit den geheimen Zeichen für die Elemente:

Roncalische Konstitution:
1158 ließ Kaiser Friedrich l Barbarossa auf dem Roncalischen Reichstag (Oberitalien)
u. a. die königlichen Rechte (Regalien) juristisch festlegen;
hierzu gehört auch das Bergregal, das bis 1356 ausschließlich dem Kaiser/König das Verfügungsrecht über die Bodenschätze einräumte.

Rolloch, Rolle, Rollschacht:
Schächte ohne Ausbau zur Beförderung der gewonnenen Massen nach unten
allein durch die Schwerkraft.

Rösche:
Einschnittsstrecke vor und hinter einem Wasserlauf, auch kurzer Wasserableitungsstollen hinter einem Wasserrad. Ein untertägiger Grubenbau der ausnahmslos der Wasserfortleitung diente.

Rötung:
das Nebengestein (s. d.) der Erzgänge ist häufig gebleicht oder gerötet,
die Rotfärbung wird durch Imprägnation mit Hämatit (Eisenoxid) hervorgerufen.


 

Sandfang:
Vorrichtung zur Entfernung störender Bestandteile im Aufschlagwasser
der Wassersäulenmaschinen.

Sandsetzhaus:
Einrichtung in der bestimmte Körnungen aufbereitet wurden.

Sargdeckel:
schwer erkennbare linsenförmige Ablösungen im Hangenden eines Grubenraumes.

Sattelzone:
die varizische Faltung (s. Tektonik) stauchte im Harz die ursprünglich flach abgelagerten Schichten in Faltenzonen (Sättel und Mulden) zusammen
(z. B. Kulm-Faltenzone). Nach einer älteren Theorie führen die Erzgänge beim Durchsetzen von Antiklinalen (Sattelzonen) bevorzugt reiche Erze.
Die ausgedehnten Sucharbeiten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bestätigten
diese Annahme jedoch nicht.

saxonisch:
Als "saxonische Tektonik" werden die vor allem in Norddeutschland erkennbaren Bruchvorgänge während des Erdmittelalters und der Erdneuzeit betrachtet.
Die Heraushebung des Harzes gegenüber seinem Vorland seit der Kreidezeit ist ein Teil dieser Vorgänge.

Schacht:
eine im Gebirge von der Tagesoberfläche aus hergestellte Röhre (hat ein Sonnenauge).
Ein Blindschacht ist untertage angelegt, er ist blind - hat kein Sonnenauge)

Schachtscheibe:
waagerechter Schnitt durch den Schacht.

Scharung, scharen: .......s. Gangverhalten.

scheiden:
Zerkleinern des verwachsenen Erzes von Hand und Trennen des erzhaltigen vom
tauben Haufwerk.

Scheidehammer:
Hammer zum Zerschlagen größerer Erzbrocken bei der Handklaubung (= Sortierung) der einzelnen Erzkomponenten.

Schichtung:
Gesteinsgefüge, das die ursprünglichen Ablagerungsflächen nachzeichnet.
Meist horizontal angelegt, kann sie auch durch Faltung oder Störungen schräggestellt oder gebogen sein.

Schicht:
Arbeitszeit des Bergmannes ( Früh-, Mittags-, Nachtschicht, auch Kurzschicht).
Aber auch Anteil von einem Viertel an einer Grube.

Schieferung:
Durch gebirgsbildende Kräfte besonders in tonigen Gesteinen erzeugtes,
parallelflächiges Gefüge, das nicht der ursprünglichen Schichtung entspricht.

Schlagwetter:
explosionsgefährliches Gemisch von Grubengas und Luft.

Schlackenprovinz:
in der Harzer Montanarchäologie eingeführter Begriff für ein regional begrenztes Vorkommen bestimmter Schlackentypen auf mittelalterlichen Hüttenplätzen.

Schlackentypen:
durch ihre Struktur, Farbe, Festigkeit und Form äußerlich unterscheidbare Arten
von Schlacken auf alten Hüttenplätzen, (z. B. Platten-, Fließ-, Sinter-, Grus- und Ofenschlacken).

Schlägel und Eisen:
seit dem Mittelalter Symbol des Bergbaus, ursprünglich wichtige Werkzeuge für Vortrieb und Abbau (etwa Fäustel und Meißel) vor Einführung der Sprengtechnik.
Heute ist Abbildung in einer DIN-Norm vereinheitlicht.

Schlägel- und Eisenarbeit:
Lostrennen von Erz oder Gestein von Hand mit Hammer und hammerähnlichen Spitzkeil.

Schlämmgraben:
Einrichtung zur Schlieggewinnung in Pochwerken.

Schlammwäsche:
Feinstkorngewinnung der nassmechanischen Aufbereitung.

Schlepper:
Fördermann (in der Rangordnung unter dem Lehrhauer).

Schlieg:.......... s. Konzentrat.

Schlieg-Puchen:
vorsichtiges Zerkleinern von metallhaltigem Konzentrat.

Schrämen:
die Lagerstätte einschlitzen (einkerben).

Schrapper:
eine maschinelle Fördereinrichtung mit Seilen und daran befestigten
Schrapperkasten der das Haufwerk aus dem Abbau kratzt.

Schubwagenspeiser:
Fördermittel zu Bunkerentleerung.

Schürf:
Anlage (Graben, Loch, kleiner Schacht o.ä.), die zur Erkundung, aber nicht
zur Gewinnung einer Lagerstätte dient.

schürfen:
nach einem Bodenschatz suchen.

Schütz:
bewegliches Wehr an Wasserrädern, in einem Graben oder Teichabfluss.

Schützer:
bedient ein Wasserkehrrad (Maschinist).

Schüttelrutsche:
Fördereinrichtung mit muldenförmigem Blechstrang, der über Exenter schaufelartig bewegt wird damit das darin befindliche Haufwerk weiterrutscht.

Schwarzpulver:
bis zur Erfindung des Dynamits einziges Sprengmittel im Bergbau;
besteht aus Salpeter, Schwefel und Holzkohle (s. auch Pulvermühle).

Schwebe:
horizontaler Sicherheitspfeiler.

Schwefelkies:
bergmännischer Bezeichnung für Pyrit FeS2 , verwittert zu Brauneisen.

Schwerspat:
Bariumsulfat (BaSO4, Baryt), im Oberharzlokal wichtige Gangart.
Das letzte noch fördernde Bergwerk im Harz (Grube Wolkenhügel bei Bad Lauterberg) gewinnt hochwertigen Schwerspat.

Schießen:
Sprengarbeit. Gesteinszerkleinerung mit chemischen Sprengstoffen in Bohrlöchern,
allgemein übliches konventionelles Verfahren zum Herstellen von untertägigen Hohlräumen im unverritzten Gebirge.

Schießhauer:
untertägiger Sprengmeister.

seiger:
senkrecht (früher auch: saiger).

Seigerriß:
Darstellung der Lagerstätte oder der Grubenbaue als Projektion auf eine senkrechte, annähernd parallel verlaufende Fläche; wichtiger Bestandteil des bergmännischen Rißwerks.

Seilfahrt:
Personentransport im Schacht mit Hilfe des am Seil hängenden Förderkorbes - Kübels.

Seifen:
Anreicherung von spezifisch schweren Mineralien (z.B. Zinn) im lockeren Gestein.

Seilkorb:
Vorrichtung zum Auftrommeln des Förderseils (früher Kette) an der Seiltrommel
der Schacht-Fördermaschine.

Selektivität:
Trennschärfe im Aufbereitungsprozess.

Setzarbeit:
Aufbereitungsverfahren; Trennung nach der Dichte.

Setzfass:
einfache, frühe (mittelalterliche) Vorrichtung zur Anreicherung von Erzen.

Setzmaschine:
wassergepulste Aufbereitungsmaschine in der durch einen beweglichen Kolben
Wasser durch festgelegte Siebe gedrückt wurde. Hierdurch fand eine Sortierung des Aufgabeguts nach seiner Dichte statt.

Sicherheitspfeiler:
Teil der Grube, den man nicht abbauen darf. Schutz gegen Zubruchgehen,
Schutz gegen Wassereinbrüche, Rechtschutz benachbarter Gruben.

Skarnlager:
besondere Erzlagerstätte, die bei ihrer Entstehung mit Kalklagern in Verbindung stehen.

Silvanen:
mittelalterliche Bezeichnung für die Betreiber von Schmelzhütten, die zu diesem Zweck über umfangreiche Holznutzungsrechte im Wald (lateinisch silva) verfügen mussten.


Sohle:
a) untere Begrenzung eines Grubenraums;
b) Gesamtheit der etwa im gleichen Niveau aufgefahrenen Baue eines
Bergwerks (Stockwerk im Grubenfeld).

söhlig:
waagerecht.

Solezufluss:
durch Auslaugung von Salzgestein im Untergrund bildet sich Sole, die
Grubenbauen zufließen kann.

Skip:
großes Gefäß in dem das Fördergut ohne Benutzung von Förderwagen im
Schacht befördert wird.

Spurlatte:
Leitbaum im Schacht für den Förderkorb.

Stapel:
Blindschacht.

Steiger:
Aufsichtspersonen im Bergbau, die je nach Dienstgrad oder Aufgabe besondere
Zusatzbezeichnungen trugen oder heute noch tragen (z.B. Revier-, Fahr-, Obersteiger -- Kunst-, Wetter-, Gängsteiger)

Stempel:
annähernd senkrechte Elemente des Grubenausbaus aus Holz oder Stahl
die möglichst im rechten Winkel zur Schichtung aufgestellt werden.

Stollen:
an Hängen in gebirgigen Gegenden angesetzter Grubenbau oder eine
Verbindung eines bereits bestehenden Grubengebäudes zur Erdoberfläche.
Ein Stollen beginnt übertage vom Mundloch mit geringer Steigung, damit
die Grubenwässer nach außen abfließen können. Hat ein Sonnenauge.

Stollenort:
Arbeitsplatz am Ende eines Stollens, wo Vortrieb oder Gewinnung stattfinden.

Stollenmundloch:
der übertägige Eingang eines Stollens, das Sonnenloch.

Störung:
durch tektonische Vorgänge gebildete Trennfläche innerhalb des Gesteinsverbands,
an der die Schichten gegeneinander versetzt sind.

Stoß:
Wände der Strecken und Grubenbaue.

Strecke:
allgemeiner Begriff, annähernd horizontaler Grubenbau, der keine direkte
Verbindung zur Oberfläche besitzt - also kein Sonnenauge hat.
Die Gesamtheit aller Strecken und Stollen in einem Grubengebäude bildet
das Streckennetz.

Streckenfirste:.......... s. Firste.

Streckenvortrieb:
Verlängerungsarbeiten einer Strecke.

Streichen:
Himmelsrichtung, nach der ein flächiger Körper, z. B. eine Gesteinsschicht
oder ein Erzgang, ausgerichtet ist. Eine genau Ost-West-streichende
Gesteinsschicht ist mit 90° im Raum ausgerichtet (siehe auch Einfallen).

Striegel:
Vorrichtung, um Wasser aus den Teichen zu entnehmen.

Striegelhaus:
auf Pfählen (im Teich oder fest auf dem Teichdamm) stehende kleine Holzhütte,
in der an Stauteichen früher die Vorrichtung zum Schließen und Öffnen des Grundablasses (Striegel) bedient werden konnte.

Strosse:
1. Wassergraben.
2. Abbaustufe.

Strossenbau:
Abbauverfahren bei dem von oben nach unten (hier: ein steilstehender Erzkörper) abgebaut wird (Gegenteil: Firstenbau).

strossen:
nachreißen der Sohle.

Stufte:
meist feste Markierung unter Tage zur Fixierung eines Vortriebsstandes
(z. B. Gedingezeichen oder Jahresstuffen z.B.im Lautenthaler Flügelort des
Ernst-August-Stollens).

Stufferz:
Reicherz (Massiverz), das nach dem Ausschlagen unmittelbar geröstet
oder verschmolzen werden kann.

Stunde hängen:
Marscheiderpunkte (Vermessungspunkte im Grubengebäude anbringen).
Eine an der Firste angebrachte Stunde besteht aus zwei Punkten deren Lote
die Vortriebsrichtung vorgeben.

Stunde:
Richtungsangabe, siehe Stunde hängen.

stunden:
Einen Bergbaubetrieb wegen Unwirtschaftlichkeit oder technischer Probleme
vorübergehend stilllegen.

Suchort (Mz. Suchörter) :
Strecke zur Erkundung der Erzführung (s. auch Feldort, früher Fellort).

Sumpf:
1.tiefster Punkt eines Grubenbaus in dem sich das zusitzende Wasser sammelt und
von hier gehoben wird (zu Sumpf halten).
2. Schachtsumpf ist der unterste Teil (Sohle) eines Schachtes.

Sümpfung, sümpfen:
Auspumpen ersoffener Grubenbaue (trockenlegen). Die Wasser bewältigen.


 

Tag:
allgemein die Erdoberfläche, hiervon abgeleitet zahlreiche Begriffe, die sich
selbst erklären (z. B. Untertage, Zutage fördern, Tageswässer).

Tagesförderstrecke:
Stollen, der die Verbindung zum Schacht herstellt und auf dem das Fördergut
zu Tage gelangt.

taub:
erzfrei, unhaltig, wertlos.

Teckel:
Spezial-Förderwagen für Holz und andere Baustoffe

Tektonik:
Lehre vom Bau eines Gebirges und dem Verhalten der geologischen Gesteinseinheiten unter gerichtetem Schub oder Zug.
Es wird hierbei unterschieden in
a) bruchlose Deformation (Faltung in Mulden und Sättel) und
b) bruchhafte Verformung (Bruchtektonik).

zu a) Faltung
In Abhängigkeit von der Intensität der Einengung und den Materialeigenschaften der Gesteine bilden sich unterschiedliche Faltenbilder.

zu b) Bruchtektonik / Gangbildung
Dehnungs- und Einengungsvorgänge führen zum Zerbrechen der Gesteine in der Erdkruste und zur Bildung von Störungen, an denen die Schichten gegeneinander verschoben sind. z.B im Oberharz entstand durch Dehnungsvorgänge das bekannte System von Gangzügen. Hierbei sind Gesetzmäßigkeiten zu beobachten, die uns indirekte Hinweise auf lagerstättenbildende Vorgänge geben oder deren Entschlüsselung beim Abbau gestörter Erzvorkommen von größter Bedeutung ist.

Tiefste:
die tiefsten Baue einer Grube.

Teufe:
Tiefe unter der Erdoberfläche.

Tscherpermesser:
Ein kurzes, kräftiges und spitzes Messer, das vom Hauer aufwärts getragen durfte.
Das Messer steckte an der Seite der Tscherpertasche (Bergtasche), in der Feuerzeug und Unschlitt für die Lampe aufbewahrt wurde.
Das Messer diente als Werkzeug, zum Frühstück wurde damit der Speck geschnitten (noch heute wird traditionell das "Tscherperfrühstück" in Bergmannsvereinen gehalten).
Es wurde auch zum wesentlichen Bestandteil der bergmännischen Paradetracht.

Textur:
Gefüge von Erzen (z. B. Bändererz) oder Gesteinen.

Tiefbau:
unter Tage abbauen.

Tonnlage:
Neigung eines Schachts gegen die Horizontale (die Fördertonne liegt im Schacht an der Wand auf, sie schleift). Tonnlage ergibt sich z. B. dann, wenn der Schacht dem Einfallen des Erzgangs folgt (nicht senkrecht steht).

tonnlägig:...... s. Tonnlage.

Tragwerk:
zur Fahrung dienender, mit Querbalken und Bohlen ausgebauter unterer Bereich einer
waagerechten Auffahrung (Stollen oder Strecke) auf der man fährt (sich fortbewegt).
Unter dem Tragwerk verläuft die Wasserrösche (auch Wassersaige genannt).

Treibarbeit:
Gewinnung des Silbers aus dem silberhaltigen Blei durch oxidierendes Schmelzen.

treiben:
alter Ausdruck für fördern. Treibschacht = Förderschacht.

Treiben:
früher: a) Schachtförderung,
b) Maßeinheit für die Erzförderung (ca. 10-11 t).

Treibschacht:
Teil des Schachts, in dem Erz, Berg oder Material gefördert werden.

Treibwerk:
von einem Göpelwerk oder Kehrrad angetriebene Fördermaschine.

Trübe:
meist Dreiphasengemisch (Wasser, Luft, Feststoff).

Trum (Mz. Trümer):
Teil eines Gangs (Hangendtrum) oder eines Grubenraums ( z.B.Fahr-, Fördertrum im Schacht).

Tübbing:
Teil einer wasserdichten, gusseisernen Schachtwandverkleidung.

Tunnel:
Strecke, die durch einen Berg führt also zwei Sonnenaugen besitzt.


 

überkippt:
Umkehrung der natürlichen Lagerungsverhältnisse durch Faltungsvorgänge, bei der
ältere Gesteine über jüngeren liegen.

Umbruchstrecke:...... s. Richtstrecke.

umgehen:
Bergbau betreiben.

Unschlitt:
Talg oder sonstiges Fett zum Betrieb von Grubenlampen.

unverritzt:
Mineral- oder Erzvorkommen, die durch technische Maßnahmen (Beschürfen, Gewinnung) noch nicht aufgeschlossen wurden.

Unterwerksbau:
Abbau unterhalb der tiefsten Hauptsohle.



variszisch:
Gebirgsbildungsphase, die im Devon einsetzte und fast bis zum Ende des
Paläozoikums dauerte. z.B im Harz begannen die Faltungsvorgänge im
höchsten Unterkarbon und endeten mit dem Aufstieg des Brockenplutons
an der Wende Oberkarbon- / Rotliegend-Zeit vor ca. 290 Mio. Jahren.

verdrückt:
nicht vorhandenes, abgequetschtes Erzlager.

verhauen:
abbauen / abgebaut.

Verhieb: ........s. Abbau.

Verhüttung:
Verarbeitung von Erzen zur Gewinnung der darin enthaltenen Metalle.

verfrischen:
Reduzieren der Bleiglätte, das heißt des Bleioxids, zu metallischem Blei.

Verquarzung:
Zufuhr von Kieselsäure, die die Härte des Gesteins wesentlich erhöht.

Versatz:
Gesteinsmaterial ( heute auch Abfallstoffe), das man zum Verfüllen ausgebeuteter Hohlräume benutzt.

Versager:
ein Sprengloch ohne Wirkung, weil keine Explosion erfolgte.

Verspringen: .........s. Gangverhalten.

Vertauben (Vertaubung):
frei von nutzbaren Mineralien werden.

Verwachsung:
Art und Weise, wie Mineral- oder Erzkörner in einem Gestein miteinander in Beziehung stehen.

Vorrichtung:
Auffahren von Grubenbauen zur Vorbereitung des Abbaus.

Vortrieb:
Herstellen einer Strecke im festen Gebirge. auch Tagesleistung beim Flözabbau.




Wangen:
Seitenwände (auch Stöße) einer Strecke oder eines Stollens.

Wasserhaltung:
Anlagen zur Entwässerung eines Grubengebäudes.

Wasserlauf:
unterirdischer Verlauf eines Grabens.

Wasserlösung:
einen Grubenbau trocken halten.

Wasserlösungsstollen:
Stollen, durch den die Grubenwässer durch Schwerkraft aus dem Bergwerk abfließen können.

Wassersäulenmaschine:
Maschine zur Wasserhebung. Prinzip ähnlich einer Dampfmaschine.
Der Druck einer Wassersäule (Fallleitung im Schacht) bewegt einen Kolben in einem Arbeitszylinder und erzeugt hierdurch die Kraft zum Antrieb der Pumpen.

Wasserseige:
Wassergraben in einer Strecke oder im Stollen.

Wasserstrecke:
Strecke, die die zusitzenden Wässer einer oder mehrerer Gruben sammelt
und einem Kunstschacht zur Wasserhebung zuleitet.

Weite auch Weitung :
ein bei der Erzgewinnung, insbesondere durch Feuersetzen unter Tage
hergestellter unregelmäßiger weiter Raum.

Wetter:
die Luft in den Grubenbauen. Wetter können nach ihren Eigenschaften
*** frisch,
*** matt = geringer Sauerstoffgehalt,
*** böse = giftig,
*** schlagend = explosibel
genannt werden.

Wetterführung:
planmäßige Versorgung der Grubenbaue mit frischer Luft ( hierzu gehören
Wetterschächte, Lüfter, Wettertüren, Wetterverschläge, Wetterlutten zur Sonderbewetterung).

Wetterschacht:
Schacht zur Belüftung oder Entlüftung (Bewetterung) untertägiger
Grubenbaue.

Wilder Mann:
in vielen Regionen Gestalt der deutschen Mythologie,
im Oberharz soll der Wildemann ("mit Lendenschurz und Tanne") die Gänge taub gemacht haben, so dass die Gruben erst nach seinem Tod fündig wurden.

Windtofen:
in der Bergbauchronik von Hardanus Hake (16. Jhdt.) genannter Typ
mittelalterlicher Schmelzöfen, bei denen das Feuer durch (von Menschen betätigte) Blasebälge oder auch durch besondere Windkanäle angefacht wurde

Wipper:
Kippvorrichtung zur Entleerung von Förderwagen (Kreiselwipper).

Wünschelruthe:
Schon früh bildete sich eine besondere Gilde heraus, die aus erfahrenen
Bergleuten bestand, welche in der Lage waren Erzlagerstätten aufzuspüren.
Diese Leute standen im hohen Ansehen und in Konkurrenz. So kamen
findige Köpfe auf die Idee, ihr Können öffentlich nicht ihren Kenntnissen
und Erfahrungen sondern besonderen übernatürlichen Kräften zuzuordnen.
Ihr Handwerkszeug wurde die "Wünschelruthe" ein gabelförmig gespaltener
Holzstab, der in beiden Händen getragen, im Gelände angeblich über Erzen
ausschlug.
Die Wünschelrute war schon den Römern im Gebrauch, erst im Jahr 1000 wurde
dieses mystische Gerät bei uns eingesetzt.
Agricola trat mit aller Entschiedenheit gegen die Wünschelrutengänger
und den von ihnen erzeugten Aberglauben auf, durch den der Entwicklung
des Bergbaues geschadet wurde.




Zeche:
Kohlebergwerk.

Zehnt:
Zwangs-Abgabe des zehnten Teils des Gewinns.

Zehntkasse:

in diese Kasse flossen die Abgaben (Zehnte) von den erschmolzenen Metallen,
der Hütten- und Forstzins, der Stollenneunte u.a.
Die Kasse gewährte Vorschüsse an die Gruben (Zehntschuld) und für Maßnahmen zur Erhaltung des Bergbaus.
Der Zehntner war Vertreter des Berghauptmanns.

Zehntschuld:....... s. Zehntkasse.

Zentner:
bis über die Hälfte des 19. Jhds. gab es z.B. im Harz
- den braunschweigischen Zentner mit 114 Handelspfund zu 467,711 Gramm,
- im Königreich Hannover einen Zentner mit 100 alten Handelspfund zu 467,711 Gramm.
Ab 1857 galt im Königreich Hannover wie in Preußen der neue sogen. Zollzentner mit 100 Neupfund entsprechend 50 kg.

Zerpochen:....... s. Pochwerk

zerschlagen: .......s. Gangverhalten.

Zubuße:
Zuschussbedarf eines Bergwerks (siehe auch Ausbeute), sie wurde vierteljährlich
im Bergzettel festgesetzt und war von den Kuxinhabern (Gewerken) zu leisten, im Weigerungsfall verlor der Kuxinhaber seine Rechte (seine Kuxe wurden caduziert).

zusitzen:
Zufließen von Wasser in einen Grubenbau.






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