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Der Bergbau in künstlerischen Darstellungen.






Pyramide mit Bergparade.
Auch die Pyramiden, das sind mit Kerzen und Figuren versehene Holzgestelle,
sind in ihrer Grundform dem Bergbau entlehnt.
Pyramiden haben ein Stabgerüst mit mehreren Etagen, die mit Schmuck, Kerzen, Figuren, Krippen oder Bergwerken bestückt, auf einer Spindel befestigt sind.
Die Spindel wird im Holzgerüst über ein Flügelrad durch die aufsteigende Wärme von brennenden Kerzen in drehende Bewegung gebracht.
Unten bewegt sich die Spindel mit einer stählernen Nadel auf einem Widerlager aus Glas. Oben wird die Spindel in einer Buchse eng geführt.

Im Gegensatz zu den in der Regel geschnitzten Pyramiden des Westerzgebirges sind die aus dem "Seiffener Winkel" kommenden aus gedrechselten Elementen und Figuren zusammengesetzt.














Vorbilder für diese volkstümliche Darstellung einer traditionellen Bergparade waren sicher
proffessionelle Kunstwerke wie zum Beispiel die Elfenbeinschnitzerei eines anonymen
Künstlers des 19.Jahrhunderts.
Diese Arbeit mißt 15 : 27 : 12 cm und steht im Bergbau-Museum-Bochum.
Als ursprüngliche Selbstdarstellung des Bergmannsstandes mit seinen Traditionen und
Vorrechten ist diese Schnitzerei nicht zuletzt durch die genaue Wiedergabe der
Paradetrachten und -geräte von kulturhistorischer Bedeutung.







Beschreibung der Pyramide:


Es handelt sich hier um eine Seiffener Lichter-Pyramide.

Die 34 cm hohen Streben des Stabgerüstes sind in der Neigung und Proportionen den
Stempeln des bergmännischen Türstockes (hölzener Streckenausbau) nachempfunden.
Die Spindel ist dem Gaipel nachempfunden (vertikaler Drehbaum, auf dem ein Seil
aufgetrommelt wurde mit dem über eine Seilscheibe (Umlenkrolle)die Fördertonne
im Schacht bewegt wurde.

Das Flügelrad hat einen Durchmesser von 27 cm.
Die Gesamthöhe der Pyramide beträgt 38 cm.
Der Drehteller mißt 15 cm.
Insgesamt werden 9 Etagen (Ebenen) mit Bäumen und Figuren besetzt.
Die geschnitzten Bäume sind 5 bis 10 cm hoch, sie symbolisieren die Abhängigkeit
des Bergbaues von der Forstwirtschaft.
Alle Figuren bestehen aus gedrechselten Elementen, sie sind 8,3 bis 9,3 cm groß.

Es wird eine Bergparade dargestellt.
Dieser Umzug fand jährlich am Barbaratag, dem 4.Dezember, zu Ehren
der Schutzpatronin der Bergleute - der Heiligen Barbara - statt.



Die Figuren der Lichter-Pyramide von unten nach oben gesehen:

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lle Figuren (außer Schmied) tragen als "Paradetracht" den schwarzen "Bergkittel",
das "Arschleder", die "Kniebügel", "Gürtel mit Bergtaschen" in denen sich
Tscherpermesser, Feuerzeug und Brennstoff für das Grubengeleucht befindet.
An der Stirnseite sind alle Schachthüte mit einer Konkarde geschmückt.
Nur die Schachthüte der Kapelle und der Bergbeamten sind mit "Büscheln" verziert.





Der Fackelträger führt die Bergparade an.






Auf drei Ebenen folgt dem Fackelträger die symbolisierte Bergkapelle.








Die nächsten zwei Figuren symbolisieren die Bergbeamten.
Der Obersteiger mit einer goldenen Bergbarte, einem Degen
und goldenem Schachthutbüschel geht voran.
Der Steiger, auch mit Degen bewaffnet, trägt auf der rechten
Schulter den "Anbruch" (eine Probe des neu gefundenen "angebrochenen"
Edelmetallerzes). Sein Hut ist mit einem weißen Büschel und weißen
Seitenperücken geschmückt.





Die drei letzten Figuren symbolisieren die drei wichtigsten Berufsstände
im Grubenbetrieb:

Den Hauer. Er trägt auf der Schulter die Keilhaue, das älteste Gewinnungsgerät
des Bergmannes, und hält ein Geleucht in der Hand.
Er war für das Auffinden und den Abbau der Erze verantwortlich.
Den Schmied. Er trägt eine lange schwarze Lederschürze und einen weißen
Bergkittel, aber kein Arschleder und keine Kniebügel.
In einer Hand hält er den schweren Schmiedehammer in der anderen ein Geleucht.
Er stellte erforderliche Werkzeuge und Gerätschaften her und hielt sie instand.
Den Zimmermann. Seine Paradetracht gleicht der des Hauers. Er trägt auf der
Schulter das Beil als sein wichtigstes Werkzeug und hält ein Geleucht in der Hand.
Er war zuständig für die Erstellung und Instandhaltung des Grubenausbaues mit
dem die Grubenräume offengehalten wurden. Auch die Erstellung von hölzernen
Einrichtungen wie Wasserräder, Fahrkünste, Rinnen, Rohre, Fahrten(Leitern),
Kübel u.s.w. war seine Aufgabe.

Alle drei Berufsstände arbeiteten unter Tage eng vernetzt zusammen.

 





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